19.09.2010 10:45
US-Behörden kopierten schon im Jahr 2007 Festplatten von Telekom-Managern
In der jüngsten Telekom-Affäre um mögliche Bestechungen von Beamten und Managern in Osteuropa sollen hohe Millionenbeträge für Scheintransaktionen mit Firmen auf Zypern, in der Schweiz und auf den British Virgin Islands geflossen sein. Das berichtet das Der Spiegel unter Berufung auf interne Untersuchungsberichte der Deutschen Telekom.
Demnach wurden bei Töchtern der ungarischen Telekom-Tochter Magyar Scheinverträge für Beratungen oder Marktstudien in den Bilanzen ausgewiesen, denen de facto keine Leistungen gegenüberstanden. Magyar soll den internen Berichten zufolge schon vor 2006 Daten bewusst gelöscht haben, um Spuren zu verwischen.
Laut Spiegel haben US-Behörden die Telekom bereits im Sommer 2007 aufgefordert, Festplatten von Vorständen und zahlreichen Top-Managern zu kopieren. Die entsprechenden Datenträger lagern dem Bericht zufolge heute noch bei einem externen Dienstleister. Die Staatsanwaltschaft Bonn habe diese umfangreichen Beweismaterialien bis heute nicht angefordert. Die Behörde habe gegenüber dem Nachrichten-Magazin erklärt, man habe im Zuge der diversen Telekom-Verfahren einen so großen Datenbestand aufgebaut, dass man auf die eingelagerten Festplatten vorerst verzichten könne.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Auftrag der US-Börsenaufsicht SEC und des US-Justizministeriums gegen acht Telekom-Manager wegen des Verdachts der Bestechung oder der Beihilfe zur Bestechung. Bereits vor fünf Jahren waren unregelmäßige Zahlungen in den Büchern der Magyar Telekom aufgetaucht. Auch den heutigen Telekom-Chef René Obermann hat die Staatsanwaltschaft Bonn im Visier. Obermann war zu der Zeit Chef von T-Mobile International und somit auch für die osteuropäischen Mobilfunkgesellschaften verantwortlich.
(hob)










