14.07.2010 07:30
Noch immer jonglieren die meisten Nutzer mit einer langen Liste an Usernamen und Passwörtern, wenn sie mit anmeldungspflichtigen Websites interagieren. Zwar wurden inzwischen einige Techniken entwickelt, um das Problem "Account-Overload" zu lösen. Dazu gehört etwa der Standard "OpenID", der es erlaubt, sich mit einem Zugang bei zahlreichen Angeboten anzumelden. Und auch verschiedene Internet-Riesen versuchen, die Lücke zu schließen – Facebook bietet beispielsweise ein System an, das die Identität bei dem sozialen Netzwerk auch auf andere Websites ausdehnt. Doch trotz all dieser mehr oder weniger gelungenen Versuche: Auf gemeinsame Standards für das Internet konnten sich die Netzfirmen bislang nicht einigen.
Womöglich kommt die fehlende Motivation nun von der amerikanischen Regierung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. In einem Entwurf, den das auch für Datensicherheit zuständige US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) vor Kurzem ins Netz stellte, wird eine "nationale Strategie für vertrauenswürdige Identitäten im Cyberspace" vorgeschlagen. In dem Dokument spricht sich die Behörde unter anderem dafür aus, dass die Regierung offene Standards schaffen soll. Mit einem einzigen System könnten sich die Nutzer dann nicht nur bei staatlichen Websites wie der der US-Steuerbehörde anmelden, sondern auch bei anderen Angeboten, darunter auch kommerziellen.
Der Entwurf geht nicht so weit, einen nationalen (Online-)Ausweis zu schaffen, wie er in den USA höchst umstritten ist. Auch will die Regierung selbst kein ID-System herausbringen. Stattdessen wird eine Kombination existierender Technologien empfohlen, um ein einfacheres System zu schaffen, das die Privatsphäre seiner Nutzer schützt. Die Kontrolle darüber soll die Regierung aber nicht haben, sondern nur geeignete Anbieter zertifizieren.
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