10.01.2011 11:35
Um mit ihren Plänen für einen "Internet-Ausweis" voranzukommen, will die US-Regierung ein National Office for Identity Trust Strategy einrichten. Das Büro, das im Handelsministerium angesiedelt sein soll, werde die Aktivitäten der Regierung in ihrer "National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace" (NSTIC) koordinieren, verkündete Handelsminister Gary Locke vorige Woche zusammen mit dem Cybersecurity Coordinator im Weißen Haus, Howard A. Schmidt.
Erste Pläne für den Online-Identitätsnachweis waren im Juni 2010 bekannt geworden. Dabei wird ein Modell ähnlich der (wenig erfolgreichen) österreichischen Bürgerkarte angestrebt. Die Nutzer sollen sich bei einem privaten Anbieter ihrer Wahl registrieren können und eine Chipkarte erhalten. Ein einheitliches zentrales Register aller Nutzer soll es nicht geben.
Regierungsvertreter betonen, dass kein nationaler Personalausweis geplant sei und das System auch nicht von einer Behörde betrieben werde. Vielmehr sollen verschiedene private Anbieter konkurrieren. Die Teilnahme sei freiwillig, anonyme Internetnutzung soll erlaubt bleiben.
Die mit Chipkarte und Lesegeräte ermöglichte Verschlüsselung soll vor allem Online-Finanztransaktionen sicherer machen und den Datenschutz verbessern. Bei der Interaktion mit Online-Angeboten sollen vom Karten-Anbieter nur noch jene Informationen über den Nutzer preisgegeben werden, die für die konkrete Leistung notwendig sind. Gleichzeitig soll die Zahl der nötigen Logins und Passwörter reduziert werden. Kritiker fürchten, dass die Freiwilligkeit nicht dauerhaft sein wird und die Bürgerkarte den Anfang vom Ende der Anonymität im Netz darstellt. (Daniel AJ Sokolov)
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(anw)
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