16.02.2009 14:41
Parallel zum Mobile World Congress (MWC) in Barcelona findet in dieser Woche in Washington die Bildungskonferenz Mobile Learning 09 statt – Gelegenheit für die in der US-Hauptstadt ansässige Branchenvereinigung CTIA, mit neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Didaktik aufzuwarten. Denn laut einer Studie, die von Digital Millennial Consulting (DMC) im Auftrag von Qualcomm durchgeführt wurde, lässt sich die Leistung von Highschool-Schülern steigern, wenn im Unterricht Smartphones eingesetzt werden und die Endgeräte in begrenztem Umfang auch privat für Gespräche und das Verschicken von SMS-Nachrichten genutzt werden können.
Während es an vielen Schulen weltweit inzwischen untersagt ist, überhaupt eingeschaltete Handys mit in den Unterricht zu bringen, bekamen Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe an vier Highschools in North Carolina Smartphones mit Windows-Mobile-Betriebssystem ausgehändigt. Aufgespielt war unter anderem ein Übungsprogramm zur Lösung von Algebra-Aufgaben. Zudem sollten sich die Schüler mit der eingebauten Handykamera selbst bei der Lösung von Matheaufgaben filmen; die Videos wurden anschließend auf ein Social-Networking-Portal geladen und konnten von den Mitschülern abgerufen werden.
Einem Bericht der New York Times zufolge ergab die Studie, dass Schüler, denen ein Smartphone ausgehändigt worden war, bei der Algebra-Abschlussprüfung um 25 Prozent bessere Ergebnisse erzielten als Schüler, die einen ähnlichen Kurs besuchten, dort aber kein Smartphone erhielten. "Kids können mit diesen Geräten sehr gut umgehen und ziehen daraus auch einen Nutzen", verdeutlicht DMC-Direktor Shawn Gross. Zwar seien Smartphones deutlich kleiner als etwa Notebooks, deren Einsatz im Unterricht überall propagiert werde, dafür seien sie aber günstiger und bei den Schülern begehrter.
DMC will jetzt mit Schulbezirksverantwortlichen in Chicago, San Diego und Florida über die Einführung von speziell für Unterrichtszwecke konzipierten Smartphones reden. Unternehmensprognosen zufolge könnten die Hersteller allein in den USA bis zu 15 Millionen Endgeräte im schulischen Bereich absetzen. Dazu bedarf es aber offenbar engagierter Lehrer: Suzette Kliewer, die das Smartphone-Projekt an der Southwest High School in Jacksonville begleitete, erklärte gegenüber der New York Times, dass sie unzählige Stunden mit dem Monitoring der SMS-Nutzung verbracht habe, das Bestandteil der Nutzungsbedingungen war. Brachen Schüler Regeln, wurde die Verbindung kurzerhand getrennt. (Peter-Michael Ziegler)
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(pmz)
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