22.10.2009 09:10
2004 sorgte ein amerikanisches Start-up für Schlagzeilen: VeriChip aus Florida brachte den ersten kommerziellen RFID-Transponder auf den Markt, der für die Implantation unter die Haut des Menschen gedacht war. Die Geschichte des umstrittenen Geräts hat Technology Review nun in seiner neuen Ausgabe 11/09 (seit heute am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen) aufgeschrieben.
Es begann ganz harmlos: VeriChip bewarb seine Technik anfangs in einem spanischen Szeneclub. Dort konnten sich gutbetuchte Gäste erstmals vor fünf Jahren einen reiskorngroßen Chip in den Arm spritzen lassen, der die Funktion der Geldkarte übernahm: Indem sie sich an einem Lesegerät vorbeibewegten, konnten sie damit ihre Zeche begleichen. Mehrere Hundert Menschen trugen den Chip schnell in Europa und den USA, genaue Zahlen hielt VeriChip unter Verschluss. 2004 genehmigte die amerikanische Arzneimittel-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) dann den Gebrauch des Chips ganz offiziell.
Seither hat sich einiges getan. So wurde VeriChip 2007 vorgeworfen, der mit Glas ummantelte Transponder könnte potenziell krebsauslösend sein, zumindest gab es entsprechende Erkenntnisse bei bestimmten Tierversuchen mit anderen RFIDs. Die Folge: Der Kurs der Firma stürzte ab.
Doch die VeriChip-Technologie überlebte die Aufregung. Noch im selben Jahr ändert das Unternehmen den Produktnamen von "VeriChip" in "Health Link Chip" um und preist das Produkt seither bei US-Krankenhäusern für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Demenz, Epilepsie, Herzkrankheit oder Diabetes an. "Diese Menschen können sich im Notfall vermutlich nicht mitteilen", argumentiert VeriChip-Pressesprecherin Allison Tomek. Für die Patienten soll deshalb ein Chip im Körper sprechen, der mit ihrer Gesundheitsakte in einer Datenbank verknüpft ist.
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