06.07.2010 08:18
Wenn im Labor von Klaus-Dieter Langer das Deckenlicht angeht, schaltet sein Computer auf Empfang. Dann signalisiert das blinkende Modem: Hier werden Daten übertragen – nicht wie üblich per Funk, sondern über das Licht der LED-Lampe an der Zimmerdecke. Über einen Sensor fängt der PC das Lampenlicht auf und rekonstruiert einen Datenstrom aus Bits und Bytes.
Die neue Methode hat das Zeug, in einigen Jahren die gängigen Funktechniken wie UMTS und WLAN zu ergänzen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Unser Verfahren ist überall dort interessant, wo sowieso Licht brennt", erläutert Langer, Forscher am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin. In den Werkhallen der Industrie könnte es Industrieroboter mit Updates versorgen, in Flugzeugen oder Wartesälen das Unterhaltungsprogramm verteilen und in Krankenhäusern, in denen Medizingeräte durch WLAN-Signale gestört werden, für einen risikolosen Datentransfer sorgen.
Das Prinzip: Vor die handelsübliche Weißlicht-LED-Lampe schalten die Forscher ein elektrisches Spezialbauteil, den Modulator. Er unterbricht das Licht für winzige Augenblicke, knipst gewissermaßen die Lampe während des Betriebs und unsichtbar für das Auge extrem schnell an und aus. Der Empfänger am Rechner ist eine schlichte Photodiode. Sie fängt das Licht auf, eine dahinter geschaltete Elektronik dekodiert die aufgeprägte Information und übersetzt sie in elektrische Impulse – die Sprache des Computers. Langer und sein Team schafften Anfang des Jahres eine Datenrate von 500 Megabit pro Sekunde – Weltrekord für diese Art der optischen Digitalkommunikation. Die Forscher arbeiten aber bereits an deutlich höheren Bandbreiten, die bis in den Terabit-Bereich vorstoßen könnten.
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