24.02.2011 09:26
Als der neue IBM-Superrechner "Watson" vergangene Woche zwei Menschen im Quizspiel Jeopardy schlug, mischte sich in das Staunen auch Unbehagen: Computer brillieren nun auch schon in assoziativem "Denken". Doch die zugrunde liegenden Algorithmen sollen künftig sinnvoller eingesetzt werden als in einer schnöden Fernsehshow: IBM und der Spracherkennungsspezialist Nuance wollen Watsons Fähigkeiten für das Gesundheitssystem nutzbar machen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
"Das medizinische Wissen verdoppelt sich derzeit innerhalb weniger Jahre", sagt Janet Dillione, Leiterin der Abteilung Gesundheitsmärkte bei Nuance. "Kein menschliches Gehirn ist in der Lage, all diese Informationen auch nur annähernd parat zu haben."
Der Rechner soll die gewaltigen medizinischen Datenmassen deshalb besser verarbeiten und Ärzten in Echtzeit bei Diagnosen und Behandlungsplänen unterstützen. Langfristig sollen Mediziner ihre Fragen sogar in natürlicher Sprache an Watson richten können, wozu die Nuance-Technik dienen soll. Im Vergleich zum Jeopardy-Spiel dürfte diese Aufgabe aber noch um Längen schwieriger werden.
Gegenwärtig verfügt Watson über 200 Millionen Dokumente mit unstrukturierten Daten. Darunter sind bereits auch medizinische Informationen. Im ersten Schritt IBM und Nuance in einem Forschungsprojekt herausfinden, welche medizinischen Daten Watson eigentlich für das künftige Einsatzgebiet benötigt. Anschließend wartet die knifflige Aufgabe, die Daten in der richtigen Form aufzubereiten.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-1196429
Mehr zum Thema Medizin KI Supercomputer IBM
In Japan wird Technik gezielt zu touristischen Attraktionen ausgebaut. Dieses Jahr werden in Tokio sogar zwei neue Pilgerstätten dieses Kults ergänzt.
Die aus Steuergeldern subventionierte Suchmaschine „Alexandria“ ist ein Totalausfall.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist dafür, umstrittene Daten über eine hochansteckende Vogelgrippe-Variante endlich zu veröffentlichen – zumindest irgendwann. Bisher liegen sie aus Angst vor nachahmenden Bioterroristen auf Eis.