01.02.2010 10:35
Ein neues Social Media-Angebot versucht, Shopping im "echten Leben" mit dem Internet zu verbinden: Der Dienst Blippy bezeichnet sich selbst als "lustiger und einfacher Weg, all die Dinge zu sehen und zu diskutieren, die die Menschen kaufen". Bei dem Angebot können sich die Nutzer gegenseitig zeigen, wo, wofür und wie viel Geld sie ausgegeben haben. Dazu geben sie ihre Kreditkartendaten ("Visa, Mastercard and more") und Zugangsdaten bei iTunes, Amazon oder anderen Einkaufsportalen an – die getätigten Einkäufe werden dann nach Twitter-Art automatisch auf einer zentralen Seite angezeigt. Web-2.0-gerecht können die Shopping-Erlebnisse natürlich auch kommentiert werden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Blippy ist nicht das erste Angebot dieser Art – ähnliche Pläne sollten vor einigen Jahren beim sozialen Netz Facebook eingeführt werden. Diese so genannten Social Ads hätten zur Folge gehabt, dass über die Einkäufe, die man beispielsweise bei Amazon tätigt, gleich auch die Freunde auf der Seite informiert werden. Die erzwungenen Empfehlungen scheiterten jedoch am Widerstand der Nutzer.
In den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Blippy ist unter "Information Sharing" zu lesen, dass das Unternehmen sich die Möglichkeit vorbehalte, verschiedene Dinge mit "vertrauenswürdigen Dritten" zu teilen, etwa für Direktmarketing-Kampagnen. Der Nutzer erklärt sich damit einverstanden, dass auch seine persönlichen Daten "im notwendigen Maß" mit diesen Dritten geteilt werden.
Bei Datenschützern stößt der Dienst naturgemäß auf wenig Gegenliebe. "Diese Leute dürfen sich nicht beschweren, wenn etwas Schlimmes mit ihren Daten passiert", kommentiert etwa die Internet-Aktivistin und Bürgerrechtlerin Rena Tangens. Mit anderen Worten: Wer sich auf einen Service wie Blippy einlässt, verdiene wenig Mitleid.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
Version zum Drucken | Per E-Mail versenden | Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-918782
Mehr zum Thema Social Network Datenschutz
Maschinen-Megalomanie: Es sind erstaunlich kleine Dinge, die Großtechnologien zu Fall bringen.
Japans Fahrstühle gehören nicht nur zu den schnellsten der Welt. Sie fahren sogar so sanft, dass eine auf die Kante gestellte Münze nicht umfällt.
Was eine Zentralheizung wert ist, merkt man erst, wenn man anfängt, mit seinem Ofen zu sprechen.