15.10.2006 12:16
Wenig Interessenten für E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern
Die schwierige Wirtschaftslage im Nordosten und das Fehlen kapitalkräftiger Unternehmen machen der Branche für elektronisch unterstütztes Lernen in Mecklenburg-Vorpommern das Leben schwer. "Die Firmen haben wichtigere Probleme, als sich mit E-Learning zu beschäftigen", so Sybille Hambach vom Rostocker Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung vor der 4. Landeskonferenz E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern am Montag und Dienstag in der Hansestadt. Sie schafften es nicht, sich um die Weiterbildung ihrer Angestellten zu kümmern und Seminare zu organisieren. Die Anbieter von Lernen am Computer müssten sich ihre Kunden meist außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns suchen.
Nach den Worten Hambachs nutzen etwa ein Viertel der deutschen Unternehmen Computer und Internet zum Lehren und Lernen in der betrieblichen Weiterbildung. "Vor allem Firmen mit verschiedenen Standorten setzen auf die neue Form des vernetzten Lernens", sagt sie. Dessen Vorteile lägen auf der Hand: "E-Learning steht unabhängig von Ort, Zeit und Raum zur Verfügung". Dies ermögliche eine kostengünstige und vor allem effiziente betriebliche Fortbildung.
Inzwischen zeichne sich laut Hambach ab, dass das E-Learning für Call-Center langsam an Bedeutung gewinne. "Die Mitarbeiter sind das Arbeiten am Computer gewöhnt." Hambach vertrat darüber hinaus die Überzeugung, dass das E-Learning in Zukunft immer wichtiger werde. Die Jugend wachse heute mit dem Computer auf. Dessen Benutzung sei für sie im Gegensatz zur heutigen älteren Generation im Berufsleben etwas völlig Normales.
Ziel der Rostocker Landeskonferenz sei es, die Erwartungen und Anforderungen von Anwendern an das Lernen mit digitalen Medien auszuloten. "Wir müssen ihnen mit kreativen Technologien und anspruchsvollen Methoden gerecht werden", sagte Hambach. Die in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Firmen böten eine umfassende Analyse der Probleme, die Produktion von E-Learning-Programmen und Betreuung. Dabei müsse die Lösung nicht immer E-Learning heißen, manchmal biete konventionelle Pädagogik mehr Vorteile. (dpa) / (dpa)
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