27.12.2007 15:34
Mit Werbung in Internet-TV-Shows lassen sich Verbraucher besonders effektiv ansprechen, resümiert Experian-Research-Manager John Fetto, eine aktuelle Studie der zu Experian gehörenden Marktforschungsagentur Simmons. Das US-Unternehmen hatte den medienübergreifenden Fernsehkonsum analysiert und dazu von Oktober 2006 bis September 2007 über 70.000 erwachsene Amerikaner online sowie telefonisch befragt.
Die "Zuschauer" sollten die zahlreichen Inhalte – beispielsweise klassisches Fernsehen und Internet – nach verschiedenen Kriterien beurteilen. So wurde unter anderem abgefragt, ob die Medien als "glaubwürdig", "inspirierend" oder "interaktiv" empfunden wurden. Auch die Wahrnehmung der jeweiligen Werbeeinblendungen wurde untersucht.
Nach Einschätzung der Simmons-Analysten ließen sich die befragten Verbraucher demnach um fast 50 Prozent stärker von der begleitenden Werbung in Fernsehshows beeindrucken, wenn diese über das Internet verfolgt wurden, als beim klassischen TV über Antenne, Kabel oder Satellit. Aber auch der eigentliche Inhalt der Show wurde im Vergleich deutlich intensiver (25 Prozent) wahrgenommen.
Mit der zunehmenden Verlagerung des Anzeigenbudgets in das Internet – das Interactive Advertising Bureau hatte erst Mitte November neue Rekordumsätze für Online-Werbung verkündet – scheint die Werbebranche daher auf dem richtigen Weg. Diesen Trend wollen sich nun auch die Fernsehsender zunutze machen. NBC beispielsweise hat beschlossen, seine TV-Shows künftig verstärkt über das Internet zu vermarkten – eine ähnlich gelagerte Kooperation mit Apples iTunes hat NBC unterdessen beendet.
Die Simmons-Studie hat aber ebenfalls gezeigt, dass Printmedien nach wie vor die größte Aufmerksamkeit von Verbrauchern gewinnen – der Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt ist also noch keineswegs am Ende. Allerdings, schränkt Experian-Manager Fetto ein, sei die Zahl der Leser von gedruckten Medienprodukten rückläufig, während insbesondere das Internet immer mehr Verbraucher erreiche.
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