23.10.2008 20:02
Die trübe Stimmung in der Wirtschaft und im Finanzgewerbe sowie ein nachlassender Konsum werden sich laut einer Umfrage unter Werbung treibenden Unternehmen 2009 im Werbemarkt niederschlagen. Ein Drittel von knapp 100 dieser Firmen wie Beiersdorf, Unilever oder Deutsche Telekom erwarten dann einen Rückgang der Werbeausgaben, im Vorjahr prognostizierten sie in der damals noch rund laufenden Konjunktur sechs Prozent für 2008. Diese Einschätzungen teilte der Vorsitzende der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), Uwe Becker (Unilever/Hamburg), am Donnerstag zur Verbandstagung in Berlin mit.
Mit den Geldern aus den Werbeetats werden unter anderem Spots im Fernsehen und Radio geschaltet, Anzeigen publiziert oder Internetwerbung gebucht. Folglich führen niedrigere Budgets auch zu geringeren Einnahmen bei Medienunternehmen. Bei 81 Prozent der Befragten hat das Internet als Werbeträger an Bedeutung gewonnen.
43 Prozent der OWM-Mitglieder gehen jedoch noch von konstanten Werbeetats 2009 aus, rund ein Fünftel rechnet sogar mit steigenden Ausgaben. Begründet werden die voraussichtlichen Kürzungen mit pessimistischeren Konjunkturaussichten und einer Konsumzurückhaltung infolge gestiegener Preise allein schon für Energieversorgung und Lebensmittel. Auch OWM-Firmen spürten 2008 bereits Auswirkungen der Wirtschaftsflaute: Sowohl Umsatz (bei 32 Prozent) als auch Ertrag (bei 50 Prozent) fielen schlechter aus als 2007. Die Verbandsunternehmen investieren jährlich mehr als sieben Milliarden Euro in Kommunikation und Werbung.
Deutliche Kritik äußerten die Teilnehmer der Tagung erneut an sich verschärfenden Regulierungen im Werbemarkt bis hin zu Werbeverboten. "Verbraucherschutz ist wichtig und auch im Interesse der Unternehmen", sagte der OWM-Vorsitzende. Verbote hätten aber nicht dazu beigetragen, den Konsum oder den Missbrauch bestimmter Genussgüter (Tabak, Alkohol) zu verringern. (dpa) / (dpa)
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(pmz)
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