17.06.2008 18:57
Wine-Logo
Fünfzehn Jahre nach ihrem Entstehen und gut zwei Jahre nach Erscheinen von Version 0.9.9 erreicht die freie API-Emulation Wine die Versionsnummer 1.0. Während der Quellcode auf der Projektwebsite zum Download bereit steht, sind die Binärpakete für viele Linux-Distributionen noch in der Mache. Zu den wichtigsten unterstützten Windows-Programmen dürfte Photoshop CS2 zählen.
Mit Wine lassen sich eine Vielzahl von Windows-Anwendungen mehr oder weniger gut unter Linux ausführen. Die Software – das Akronym steht für Wine Is Not an Emulator – emuliert dabei nicht das Betriebssystem aus Redmond, sondern fängt die API-Aufrufe eines Programms ab und übersetzt sie in ihre Linux-Äquivalente. Die Wine-Kompatibilitätsliste gibt Aufschluss darüber ob, und wie gut eine Anwendung sich mit dem Nicht-Emulator verträgt.
Neben Photoshop CS2 (die aktuelle Version CS3 wird noch nicht offiziell unterstützt) bringt Wine unter anderem auch diverse Microsoft-Office-Anwendungen auf dem Linux-Desktop zum Laufen. Auch eine Reihe von Windows-Spielen lassen sich nutzen, darunter World of Warcraft, Counterstrike, Halflife 2 und The Sims.
Das Projekt startete in den 90er-Jahren mit der 16-Bit-API von Windows 3.1. Die lange Entwicklungszeit erklärt Hauptentwickler Alexandre Julliard mit der Menge an Windows-Versionen (und deren schlecht dokumentierte und häufig wechselnde APIs) und Linux-Distributionen und dem damit verbundenen Testaufwand, der im Wesentlichen von Freiwilligen geleistet wird.
Gleichzeitig mit dem langersehnten Wine-Meilenstein erblickt auch die Version 7 von CrossOver für Linux und Mac OS X der Firma Codeweavers das Licht der Welt. Die kommerzielle Software basiert auf Wine und soll im neuen Release nicht nur Microsoft Office 2007 unter Linux und auf Intel-Macs ausführen, sondern auch eine "drastisch verbesserte Unterstützung" für Outlook 2003 und Internet Explorer 6 mitbringen.
(akl/c't)
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