07.12.2009 12:07
Wer täglich an einem Computer arbeitet, kennt vielleicht das Problem: Pop-up-Fenster, die über neue E-Mails informieren, und der Instant Messenger unterbrechen den Gedankenfluss, die Konzentration wird gestört, die Arbeit geht nicht flott von der Hand. Diesem Problem sind Dr. Helen Hodgetts und Professor Dylan Jones an der Universität Cardiff nachgegangen und nach Experimenten zu dem Ratschluss gekommen, die Störungen möglichst klein zu halten. Ein Instant Messenger sollte abgeschaltet werden oder die Nachricht anzeigen lassen, dass man beschäftigt ist. E-Mail-Benachrichtigungen sollten ebenfalls abgeschaltet werden oder nur solche Botschaften anzeigen, die der Absender mit hoher Priorität versehen hat.
Für Menschen, die auf Benachrichtigungen nicht verzichten können, sei ein akustischer Warnton als Ankündigung für eine Unterbrechung besser geeignet als ein Pop-up-Fenster. Der Warnton ermögliche es, bei der gerade zu bewältigenden Arbeit innezuhalten, einen Schritt oder Gedanken abzuschließen, bevor sich die Aufmerksamkeit auf eine andere Aufgabe richtet. Eine optische Warnung auf dem Bildschirm hingegen könne ebenso stören wie die die Unterbrechung selbst. Die Forscher empfehlen daher, optische E-Mail-Benachrichtigungen und ähnliche Pop-ups möglichst klein und unauffällig zu halten. Jeder optische Hinweis sollte nach ein paar Sekunden verschwinden, wenn auf ihn nicht geantwortet wird.
Die Forscher ziehen ihre Erkenntnisse aus ihrer Studie "Now where was? Cognitive models and support mechanisms for interrupted task performance". Testpersonen mussten dafür in mehreren Durchgängen das Spiel "Türme von Hanoi" spielen, in manchen Durchgängen wurden sie dabei unterbrochen. Dabei hat sich herausgestellt, dass Menschen auch nach einer Unterbrechung von nur fünf Sekunden länger als normal dafür brauchen, den nächsten eigentlich geplanten Arbeitsschritt zu machen. In den Versuchen sei es durch die Unterbrechungen zu Verzögerungen von einigen Sekunden gekommen. In der Arbeitswelt mit ihren meist komplexeren Aufgaben könne sich der Konzentrationsverlust massiver auswirken.
(anw)
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