Ende 2005 hat Pentaho die erste Version der BI-Plattform zum Download angeboten. Zurzeit ist sie in der Version 1.6 verfügbar. Die BI-Plattform ist der Kern der BI-Suite und besteht aus dem Pentaho BI Server sowie dem Pentaho Design Studio. Der BI Server stellt den zentralen Zugriffspunkt der Plattform dar und übernimmt die Ausführung der Action Sequences. Das Pentaho Design Studio ist eine Eclipse-basierte Oberfläche zur Erstellung und Konfiguration der Action Sequences.
Der Pentaho BI Server ist eine J2EE-kompatible Webanwendung, die auf gängigen Java-Applikationsservern wie Tomcat, JBoss AS, IBM WebSphere, BEA WebLogic und Oracle Application Server läuft. Als Bedienoberfläche setzt der BI-Server auf ein eigenständiges Webfrontend in Form einer Java-Webapplikation und auf eine Reihe von vorgefertigten Portlets zum Einsatz in JSR-168-kompatiblen Portalservern. Weiterhin kann der Server über Webservices sowie über eine Java- und AJAX- Schnittstelle angesprochen werden.
Das Herz des Servers ist die Solution Engine. Sie verwaltet den Zugriff auf das Solution Repository und übernimmt die Steuerung und das Scheduling von Action Sequences. Berechtigungen können auf der Ebene von Verzeichnissen oder Action Sequences definiert werden. Wie bereits beschrieben, werden bei der Ausführung von Action Sequences die Server-Engines der einzelnen Module angesprochen. Der Pentaho BI Server enthält bereits alle benötigten Java-Libraries für die Server-Engines der einzelnen mitgelieferten Module sowie einige zusätzliche Engines wie BIRT oder JasperReporting.
Der BI-Server und die verschiedenen Engines
Weiterhin speichert der BI-Server Ergebnisse im Runtime Repository, leitet sie per E-Mail weiter und zeichnet die Aktivitäten in einem Audit-Log auf.
Das Pentaho Design Studio ist ein Editor zur Definition von Action Sequences. Er wurde als Eclipse-Plugin implementiert. Pentaho bietet sowohl das einzelne Plugin als auch eine mit dem Plugin vorkonfigurierten Eclipse-Distribution zum Download an. Der Editor verfügt über vier verschiedene Ansichten.
In der ersten Ansicht werden die allgemeinen Informationen einer Action Sequence wie Name, Beschreibung und allgemeine Sichtbarkeit definiert. In der zweiten Ansicht wird der eigentliche BI-Prozess definiert. Teil der Prozessdefinition sind die Ein- und Ausgabeparameter der Action Sequence sowie die Definition der einzelnen Aktionen und die Reihenfolge der Ausführung. Die Definition einer Aktion enthält die Konfigurationsparameter für die Komponente der jeweils ausführenden Server-Engine sowie die Ein- und Ausgabeparameter der Aktion. Der Anwender kann zur Definition der Aktionen aus einer Reihe von Komponenten wählen und bekommt einen angepassten Editor angezeigt. Das Ergebnis der Action Sequence wird immer als Ausgabeparameter angegeben und zur Ausführungszeit an den BI-Server zur Darstellung übergeben.
Pentaho Design Studio: eine Action Sequence als Abfolge von Aktionen
Die dritte Sicht zeigt den XML-Quellcode der Action Sequence. In diesem Bildschirm könne Änderungen direkt im XML-Code vorgenommen werden. Das erlaubt beispielsweise die Definition von Aktionen für Komponenten, für die noch kein spezieller Editor im Pentaho Design Studio hinterlegt ist.
Die vierte und letzte Sicht erlaubt dem Entwickler die probeweise Ausführung einer Action Sequence. Hierfür muss ein Pentaho BI Server erreichbar sein und die Action Sequence muss in dem zugehörigen dateibasierten Solution Repository gespeichert werden.
Die Pentaho Web Application ist eine Java-Webanwendung, die als Teil des BI-Servers ausgeliefert wird. Sie bietet verschiedene Funktionen für Endanwender und Administratoren.
Endanwender können im Solution Repository navigieren, Action Sequences ausführen oder Dashboards aufrufen. Action Sequences können wahlweise im Hintergrund ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden dann nicht direkt angezeigt, sondern in einem Runtime Repository zum Abruf vorgehalten. Der Endanwender kann die Ergebnisse in seinem persönlichen Arbeitsbereich (Workspace) abrufen und verwalten.
Die Webapplikation aus Anwendersicht
Administratoren können über die Web-Applikation zum Beispiel die Berechtigungen auf Inhalte des Solution Repositories verwalten und die verschiedenen Caches für das Solution Repository, den OLAP-Server Mondrian sowie den Pentaho Metadaten-Layer leeren.
Die Webapplikation als Administrationswerkzeug
Die Pentaho Web Application setzt sich aus einer Reihe von Servlets und Java Server Pages (JSP) zusammen. Das Look and Feel der Anwendung wird überwiegend mithilfe von HTML-Vorlagen und Cascading Stylesheets (CSS) realisiert, was eine einfache Anpassung an zum Beispiel die eigene Corporate Identity erlaubt. Dieser Aufbau ermöglicht die Erweiterung der Anwendung durch Hinzufügen von neuen Java Server Pages oder Servlets. Als Beispiele für die Erweiterungsmöglichkeiten enthält die Web-Applikation ein Dashboard sowie eine Integration mit Google Maps.
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