Kernel-Log 24.02.2010 21:59
Thorsten Leemhuis
Die Neuerungen von Linux 2.6.33
Ein vielversprechender Open-Source-Treiber für Nvidia-Grafikhardware, die Replikationslösung DRBD, Unterstützung für "ATA Trim" und ein Haufen neuer und überarbeiteter Treiber sind einige der herausragendsten Neuerungen von Linux 2.6.33.
Zweieinhalb Monate nach der Veröffentlichung von Linux 2.6.32 hat Linus Torvalds nun den Linux-Kernel 2.6.33 freigegeben . Eine seiner langfristig gesehen wohl wichtigsten Neuerungen ist ein neuer Open-Source-Treiber für GeForce-Grafikhardware, der KMS unterstützt. Der bietet zwar noch keine stabile 3D-Unterstützung und ist noch als unreifer Staging-Treiber gekennzeichnet, beherrscht aber schon jetzt mehr Funktionen als der bislang von den vielen Linux-Distributionen für Grafikchips von Nvidia konfigurierte Open-Source-Treiber für X.org.
Der Grafiktreiber ist aber nur eine von über zehntausend mehr oder weniger wichtigen Änderungen von 2.6.33. So beherrscht der Linux-Kernel nun "ATA Trim", was Performance und Lebensdauer von SSDs steigert. Neu dabei ist auch die vor allem im High-Availability-Umfeld eingesetzte Replikationslösung DRBD (Distributed Replicated Block Device), die man grob als "RAID-1 für Server" klassifizieren kann. Apropos RAID: Durch Schreibbarrieren sind mit mdadm verwaltete Software-RAIDs nun robuster bei Abstürzen, arbeiten aber gemächlicher.
Abermals stark erweitert haben die Entwickler die Virtualiserungslösung KVM und die Tracing-Infrastruktur rund um Ftrace. Und wie beim Linux-Kernel üblich bringt auch diese neue Version zahlreiche neuen und überarbeitete Treiber – darunter gleich mehrere für den VMWare-Hypervisor sowie Storage- und WLAN-Chips verschiedener Hersteller. Zum Staging-Bereich stieß das Framework Ramzswap (früher Compcache), das die auf einem virtuellen Swap-Device abgelegten Daten komprimiert im Arbeitsspeicher ablegt und diesen so effizienter nutzt.
Die folgenden Seiten dieses Kernel-Logs bieten einen Überblick über diese und viele weitere Neuerungen der frisch erschienenen Linux-Version. Von denen profitieren über kurz oder lang auch Linux-Anwender, die sich sonst nicht weiter mit dem Kern ihres Linux-Distribution auseinander setzten, denn zukünftige Linux-Distributionen werden auf Linux 2.6.33 oder dessen Nachfolger aufsetzen und so für eine weite Verbreitung der von den Kernel-Entwicklern in den vergangenen Wochen eingepflegten Verbesserungen sorgen.









