Kernel-Log 02.02.2010 16:32
Thorsten LeemhuisX.org- und Kernel-Entwickler arbeiten an Treibern zur Unterstützung der DirectX-11-Grafikkarten aus AMDs Radeon-HD-5000-Serie. Der proprietäre AMD-Treiber spricht diese Chips schon länger an, doch selbst die neueste, erst kürzlich freigegebene Version arbeitet nicht mit dem schon einige Monate alten X-Server 1.7 zusammen. Die Kernel-Entwickler gaben derweil zahlreiche neue Stable-Kernel frei und diskutierten ausführlich über die Aufnahme von Utrace.
Nach einer Ankündigung in seinem Blog hat der AMD-Mitarbeiter und langjähriger Open-Source-Entwickler Alex Deucher den Entwicklerzweig des Treiber-Pakets xf86-video-ati um Unterstützung für die Evergreen-Grafikchips von AMD erweitert. Auch ein Kernel-Treiber für Kernel-based Mode-Setting (KMS) sei kurz vor der Fertigstellung; 2D- und 3D-Beschleunigung würden beide Treiber aber zunächst nicht bieten.
Die Evergreen-GPUs mit DirectX-11-Unterstützung kommen auf verschiedenen Radeon-HD-Grafikkarten der im September vergangenen Jahres eingeführten und nach und nach um weitere Modelle erweiterten 5000er-Serie zum Einsatz. Bislang ließen sich diese Grafikkarten nur mit generischen VESA-Treibern oder dem proprietären Linux-Treiber von AMD einsetzen, der als Catalyst oder Fglrx bekannt ist. Aufgrund der umstrittenen Rechtslage beim Einsatz proprietärer Kernel-Module meiden allerdings viele Distributionen die Treiber komplett oder versuchen, das Problem durch Nachladen der Treiber aus dem Internet zu umschiffen.
Den Catalyst-Treiber hat AMD kürzlich in der Version 10.1 zum Download freigegeben. Zu den Neuerungen zählen laut Release-Notes offizielle Unterstützung für Ubuntu 9.10 und einige Fehlerkorrekturen – darunter eine, die einen Absturz beim Hot-Plug von HDMI-Monitoren unterbinden soll. Wie seine Vorgänger arbeitet aber auch diese Version nicht mit den zu X.org 7.5 gehörenden und seit Anfang Oktober letzten Jahres erhältlichen X-Servern der 1.7er-Serie zusammen, die Fedora 12 und einige andere in den letzten Monaten erschienenen oder in Entwicklung befindlichen Distributionen beiliegt.
Seit dem vorangegangenen Kernel-Log haben die Verwalter der Stable-Series die Kernel-Versionen 2.6.27.45, 2.6.32.5, 2.6.32.6 und 2.6.32.7 veröffentlicht. Die neuen Versionen korrigieren wie üblich vornehmlich Fehler der Vorgänger und werden von einem nachdrücklichen Rat begleitet, auf die neuen Versionen zu wechseln; dabei wird nicht explizit ausgewiesen, ob auch Sicherheitslücken geschlossen wurden. Eine solche beheben die beiden kürzlich von Willy Tarreau veröffentlichten Kernel-Versionen 2.4.37.8 und 2.4.37.9 im Netzwerktreiber e1000 für verschiedene Gigabit-LAN-Chips von Intel.
Mit der Veröffentlichung von 2.6.33-rc6 am vergangenen Freitag schreitet die Entwicklung von Linux 2.6.33 derweil im üblichen Tempo voran. Für einen längeren Mailwechsel auf der LKML sorgte im Ende Januar eine Diskussion um die Aufnahme von Utrace in Linux-Next. In der sprach sich unter anderem Torvalds ziemlich deutlich gegen die Integration des von Systemtap verwendeten Kernel-Frameworks zum Analysieren des Laufzeitverhaltens von Userspace-Anwendungen aus. Eine Zusammenfassung eines Teils der Diskussion und einige Hintergründe zum Thema liefert ein Artikel bei LWN.net.
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Kernel-Umland ("Plumbing layer") und Userland-Treiber
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