19.05.2009 15:25
Microsoft und die Linux Foundation ziehen an einem Strang
Mit einem gemeinsamen Brief (PDF-Datei) an das American Law Institute (ALI) zeigen sich Microsoft und die Linux Foundation ungewohnt einig. In der Bittschrift appellieren die beiden Organisationen an das ALI, mit der Publikation der "Principles of the Law of Software Contracts" noch zu warten, bis betroffene Parteien – präziser gesagt: Entwickler und Distributoren von Software – Gelegenheit hatten, mit Verbesserungsvorschlägen zu kommen.
Das ALI, ein Verband aus US-amerikanischen Rechtskundigen, gibt juristische Abhandlungen heraus, die Richtern dabei helfen sollen, Entscheidungen zu treffen. An den Principles of the Law of Software Contracts, die sich mit dem rechtlichen Rahmen rund um Software-Lizenzen befassen, arbeitet die Gruppe bereits seit 2004. Der Leitfaden soll am heutigen Dienstag während der Jahresversammlung des Gremiums abgesegnet werden.
Jim Zemlin, Geschäftsführer der Linux Foundation
Microsoft und die Linux Foundation stolpern nun über zwei Passagen, in denen das ALI ihrer Meinung nach die Entwickler freier Software unwiderruflich haftbar macht nicht nur für etwaige Urheberrechtsverletzungen, sondern auch für Fehler in der Anwendung. Quelloffene Software wird in der Praxis häufig "as is", also ohne jegliche Gewährleistung, ausgeliefert. So ist es zum Beispiel der Fall bei der GPL, der am meisten benutzten Open-Source-Lizenz, die in den Lizenzbedingungen jegliche Haftung explizit ausschließt.
Jim Zemlin, der Geschäftsführer der Linux Foundation, fasst die Bedenken von Microsoft und seiner Organisation so zusammen: "Die vom ALI vorgetragenen Prinzipien kollidieren mit dem bestehenden Ökosystem um sowohl Open-Source- als auch kommerzielle Lizenzen, indem sie implizit Gewährleistungsansprüche schaffen. Das könnte zu einer Riesenmenge an unnötigen Gerichtsverfahren führen und so das gemeinsame Benutzen von Software-Technologie aushöhlen." (Alexandra Kleijn)
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(akl)











