05.06.2009 13:49
Open Kernel Labs hat unter dem Namen OK:Android eine paravirtualisierte Version von Googles Smartphone-Plattform vorgestellt, das sich mit dem Hypervisor OKL4 als Gast-Betriebssystem auf Smartphones installieren lässt.
Mit virtuellen Maschinen können auf einem Smartphone gleich mehrere Betriebssysteme installiert oder verschiedene Aufgabenbereiche spezialisierten Gastsystemen zugeordnet werden. Der Hypervisor, aufgrund seiner Microkernel-Architektur von Open Kernel Labs "Microvisor" genannt, ermöglicht die Kommunikation zwischen den Gastsystemen, der Hardware und etwaigen Treibern des Hypervisors über verschiedene APIs – wobei je nach Anforderungen auch ein verschlüsselter Datenaustausch oder eine Abschottung der Gäste voneinander möglich ist.
Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel auf demselben Smartphone ein Symbian-basiertes Business-OS und ein Anwender-OS auf Linux-Basis installieren, zwischen denen der Anwender umschalten kann. Schottet man das Business-OS, das etwa per VPN Zugriff auf Kundendatenbanken oder das Firmennetzwerk hat, entsprechend ab, so kann man dem Anwender gefahrlos volle Administrationsrechte auf dem Anwender-OS gewähren, ohne zu riskieren, dass das Firmennetzwerk kompromittiert wird oder Daten unerlaubt entwendet werden.
Ein Hypervisor bietet auch einen Ausweg aus dem Dilemma mit Closed-Source-Treibern im Linux-Kernel, wie sie bei Smartphones unter anderem für GSM- und UMTS-Modems verwendet werden. Implementiert man den Treiber im Hypervisor oder gar in einem eigenen Gast-System und definiert ein entsprechendes API, kann ein Userspace-Treiber über das API auf den Closed-Source-Treiber zugreifen, ohne die GPL zu verletzen. (Mirko Dölle)
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(mid)
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