23. November 2012 06:47

Ich konstruiere Dir mal einen typischen Problemfall

Rainer Phantasiename schrieb am 22. November 2012 23:02

> ... betrachtet wurden nach dem Überfliegen des Artikels nur Faktoren
> wie Lizenz-,Migrations- und direkte Personal- und Schulungskosten. 

Das sind erstmal die "harten Zahlen", die wohl kaum in Zweifel
gezogen werden können.

> Zu einer wirklich aussagekräftigen Betrachtung würden aber auch
> Themen wie beispielsweise Häufigkeit der Supportfälle,
> Produktivitätseffekte bei den Anwendern, Kompatibilitätserschwernisse
> an den Schnittstellen zu anderen Behörden, Gemeinden und letztenendes
> den Bürgern, Energiekosten (PowerManagement ist bei Linux mitunter
> trotz Besserungen noch immer nicht optimal), Zufriedenheit der
> Anwender, Entwicklungskosten (normalerweise != Migrationskosten),
> externe Kosten (Beratung & Co.).

Gerade das sind Kosten, die nur sehr schwer wirklich wissenschaftlich
erfasst und ursächlich zugeordnet werden können und von daher
regelmäßig zu Marketingzwecken mißbraucht werden.

> Bei der Gesamtschau werden die 10 Millionen vermutlich wie ein Sufflé
> in sich zusammenfallen.

Gerade Du, der auf Seriösität beharrst, solltest dann eben nicht "wie
Du Dir das so vorstellste" mit "ist so" vermischen.

> Leider ist das meiner Meinung nach auch nach 20
> Jahren noch nicht der Fall.

Eben, das ist Deine *Meinung*.

Ich dreh den Spieß mal um, und unterstelle Dir mal, ein
Migrations-Gegner mit Windows Hintergrund zu sein, nur mal so um
einen Fall zu konstruieren, der gar nicht so untypisch ist.

Du wirst dann also auf Linux und entsprechende Anwendungen
umgeschult. Deine ganze "Windows-Experise" (die viele, die sich für
Experten halten, nicht mal wirklich haben) ist auf einmal "nichts
mehr wert", der Ruf im Kollegenkreis typische Windows-Probleme lösen
zu können dahin. Stattdessen musst auch Du ein paar andere Konzepte
lernen, und machst dabei auch mal einen Anfängerfehler.

Das empfindest Du als Zurücksetzung, und da man sich ja für einen
"Experten" hält, muss das doofe Linux daran schuld sein. Dann beginnt
das Stänkern. Dabei triffst Du auf zwei drei andere
"Windows-Experten", denen es ähnlich geht. In euren Abteilungen
antwortet ihr jetzt auf dieselbe Frage anders: Während ihr früher
noch freundlich (und stolz) bei z.B. Problemen beim Drucken geholfen
habt und euch dabei geschmeichelt gefühlt habt, gibt es jetzt
Kommentare über das neue "Scheiß-System".

Nun kommst Du mit "Produktivität-Effekten". Ich würde da eher mit
"Fall für die Abmahnung", wegen Störung des Betriebsfriedens kommen
...

Und ja, so etwas passiert. So manche Linux Migration wird IMHO
bewusst sabotiert.

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