9. Dezember 2012 21:15

Re: Gehen eigentlich nur mir diese Extremisten auf den Keks?

schmadde schrieb am 9. Dezember 2012 11:37

> Ohne Stallman, sein GNU Projekt und seine GPL hätten wir heute unter
> Garantie keine solche Auswahl an qualitativ hochwertiger, kostenloser
> und quelloffener Software wie wir sie heute haben. Auch Linux hätte
> vermutlich nur ein relativ kurzes Leben in ein paar
> Informatikerstuben gehabt. 

Zumindest mit Blick auf Linux am Desktop trifft das doch weitgehend
zu. Nach 20 Jahren ist die Verbreitung noch immer im eher
homöopathischen Bereich anzusiedeln. Vielleicht gerade auch wegen
solcher Typen wie Stallmann und Torvalds, die mit ihren Ideologien
inkompatibel zu pragmatischen Lösungen sind.

> Immerhin labert der nicht nur rum, sondern hat auch selbst Software
> produziert, die heute noch im Einsatz ist und keinen Vergleich mit
> kommerziellen Alternativen scheuen muss (gcc, emacs etc.).

Ja, Emacs ist der Inbegriff dafür, was ein Entwickler mit zu viel
Zeit anrichten kann: Ein technisch hervorragendes Produkt mit einem
absolut bekackten Steinzeit-UI, das heute nur noch Hardcore-Nerds
hinter dem Ofen vorlocken kann, die Komfort schon aus prinzipiellen
Erwägungen heraus ablehnen. 

> Und im Kern hat er halt einfach recht. Ich bin eigentlich auch kein
> Fan von solchen ideologieverbrämten Reden, aber hier muss man auch
> mal den Kern des Arguments sehen und auf sein Lebenswerk
> zurückblicken und da muss ich sagen, der gehört zu den Guten!

Wie definiert man "Gut"? Gut, weil er Software quelloffen anbietet?
Gut, weil er nicht nur Software quelloffen anbietet, sondern auch
Verantwortung für seine Werke übernimmt - oder gehört er auch zu den
üblichen Typen, die zwar jede Menge Dauerbaustellen in die
Weltgeschichte pusten, aber jede Verantwortung dafür auf die Anwender
abwälzen - weil ja kostenlos...

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