11. November 2012 03:03

Re: Gnome3

DurchschnittsGNULinuxNutzer schrieb am 11. November 2012 01:37

> > Ja, weil die Gnome Shell eben sämtliche gewohnten GUI Konzepte über
> > den Haufen wirft,
> Was?
> Panel, Dock, "Start"-Button, virtuelle Desktops, etc.? Alles weg?
Das Panel ist unbrauchbar, es fehlen die Applets, ich möchte auch
eine Fensterleiste haben, um jederzeit zu sehen, welche Fenster ich
auf dem aktuellen Desktop geöffnet habe, das Anwendungsmenü ist
ebenfalls sinnvoll, und nein, ich möchte nicht nach "Aktivitäten"
abstrahieren, sondern Programme für meine Anwendung(en) nutzen.

> Was die GNOME Shell anders macht ist lediglich, dass sie dynamisch
> virtuelle Desktops erstellt, Anwendungen über Tastatureingaben in den
> Vordergrund holt/startet (als sei GNOME-do integriert) sowie ein
> Expose bietet, dass einen Überblick über alle laufenden Aktivitäten
> verschafft. Großartig.
Das Expose ist nicht jederzeit auf einen Blick im unteren Panel
sichtbar, oder? Ach, es gibt kein unteres Panel? Und das obere hat
keine Elemente, außer einer Uhrzeit? Was soll ich dann damit?

Bei diesen Kleinigkeiten fängt es schon an...

> > Sehe ich nicht so. Der Nutzer soll sich also immer auf die neue
> > Software-Bedienung einstellen, hm? Man hat einmal "GUI gelernt", und
> > muss jetzt, nur wegen irgendwelcher "fancyness" plötzlich wieder was
> > neues erlernen? 
> Wenn du sie nutzen willst, ja.
Warum sollte ich das wollen? Ich komme mit den bisherigen GUIs doch
bestens zurecht?

> > Und
> > man könnte auch noch die Frage in den Raum werfen, ob sie das
> > vielleicht gemacht haben, um für sich neue Verdienstquellen durch
> > Produktschulungen aufzutun.
> Das ist doch nicht dein Ernst, oder?
Ich halte es zugegeben nicht für sonderlich wahrscheinlich, und die
Idee kam mir auch erst beim Verfassen meines Beitrags, allerdings ist
es die einzige halbwegs plausible Erklärung, die mir eingefallen ist,
warum man eine GUI so kaputtmachen wollen könnte.

> > Das ist etwas anderes. Wenn man von Windows kommt und wechselt, dann
> > hat man einen Grund, eine Motivation dazu.
> Es wird dich vielleicht überraschen - ich hatte eine Motivation auf
> die GNOME Shell zu wechseln. Neugier, Übersicht und erhoffte
> Effizienzsteigerung.
Mir genügt meine Effizienz, meine Neugier hält sich in Grenzen (bzw.
wird durch die Aussicht, mich nicht mehr zurecht zu finden, völlig
aufgehoben), und die Übersicht der bisherigen GUI-Konzepte ist für
mich hinreichend. Also habe ich keinerlei Motivation, sondern eher
Frustration, dass ich mir was anderes suchen muss, nachdem die bisher
von mir bevorzugte GUI in ihrer darauffolgenden Version kaputtgemacht
wurde.

> > [...] ersetzt kein bisher vorhandenes Wissen, weil das bisher vorhandene
> > Wissen (zumindest zu den Zeiten als ich von Windows weg bin) sich auf
> > die reine GUI-Bedienung bezogen hat 
> Ich werfe da mal eben...
> Benutzerordner, Dateipfade, Dateirechte, Gerätedateien,
> Softwareinstallation, virtuelle Desktops, usw.
> ... in den Raum.
Ja, eben, das sind Sachen, die es unter Windows entweder überhaupt
gleich gar nicht gibt, oder wo der Nutzer zumindest weder Zugriff
drauf hat, noch sich damit auch nur im entferntesten
auseinandersetzen darf (von MS so gewollt), selbst wenn er das eigene
System selbst administriert. Deshalb ist da, wo dieses beim Umstieg
auf Linux neue Wissen hinzukommt kein altes vorhanden, was dadurch
ersetzt werden würde. Das macht einen riesen Unterschied beim Lernen
aus, denn es genügt die Motivation, man braucht nicht auch noch
zusätzlich die eigenen Erwartungen, wie etwas sein könnte, zu
bekämpfen.

> > während bei einem Dist-Upgrade dem Gnome2-Nutzer plötzlich eine
> > fremde Welt aufgezwängt wurde (dem Ubuntu-Nutzer eben Unity, dem
> > Gnome2-Nutzer die Gnome3-Shell
> Das war dein Distributor und hat mit der Sache nichts zu tun.
Ich weiß nicht - das könnte wohl am ehesten ein Arch-User
beantworten: Wenn man Gnome2 benutzt, ist dann automatisch Gnome3
gekommen und hat Gnome2 ersetzt, oder bleibt es dann auch bei Gnome2?

> > während ich eine GUI
> > vielleicht einfach nur bedienen will, die soll dabei nicht besonders
> > fancy aussehen und bling-bling machen, sondern soll lediglich
> > funktional sein (d.h. so zu benutzen, dass ich mich darin "auskenne")
> > und mir ein paar Informationen über das System, die ich sehen will,
> > zur Verfügung stellen. 
> Du solltest mal die GNOME Shell ausprobieren, die erfüllt mir diese
> Wünsche.
Gibt es Systemmonitor-Applets und andere Applets fürs Panel? Eine
Fensterleiste, die Dir alle geöffneten Fenster des aktuellen Desktops
im unteren Panel anzeigt? Eine Reihe von frei belegbaren Shortcuts zu
häufig genutzten Programmen im Panel? Und ein Anwendungsmenü, was die
weniger häufig genutzten Programme bereitstellt? Allein schon was ich
vom Wegfall der Titelleiste (oder gar der Verschmelzung der
Menüleiste eines Programmfensters mit dem Panel des GUI, wie es bei
MacOS üblich ist - und wo ist dann der restliche Inhalt des Panels
hin??) gehört/gelesen habe, reicht mir aus, um mich dem zu
verweigern, weil die Funktionalität, auf die ich Wert lege, eben
fehlt.

> Womit wir wieder am Anfang wären:
> Ich hab' von dir ausschließlich Totschlagargumente gelesen.
> Konstruktive Kritik, oder irgendeinen Grund, warum du mit der GNOME
> Shell nicht klarkommst, hast du mir nicht bieten können.
> Warum nicht?
Konstruktive Kritik würde nichts bringen. Wenn ich sagen würde:
"Macht das Bedienkonzept wieder so wie bei Gnome2", dann wäre das
konstruktive Kritik, aber der würde sich ja komplett verweigert
werden. Der Grund, warum ich mit der Gnome3-Shell nicht klarkomme ist
letztlich der, weshalb ich von Windows weg bin: Ich will damit nicht
klarkommen, denn ich weiß dass ich erst mal einige Tage/Wochen lang
davor sitzen würde und mich ärgern würde, weil ich nichts mehr da
finde, wo ich es gewohnt bin, und müsste erst mal googlen um mich
wieder zurecht zu finden, bzw. möglicherweise sogar herauszufinden,
dass manches einfach nicht mehr geht! Dazu sind mir meine Nerven
wirklich zu schade, und deshalb lasse ich es bleiben. Wenn das dann
für Dich "Totschlagargumente" sind, dann ist das eben so - ich habe
nie behauptet, ich würde mich von meiner Sicht auf Verbrechen wie die
Gnome3-Shell oder Unity abbringen lassen, und die Gründe habe ich Dir
inzwischen auch zur Genüge genannt. Ich will niemanden umstimmen, der
sich den Krampf mit dem Murks gibt, und erst mal alles vergisst was
er gelernt hat, um noch mal in der ersten Klasse der GUI-Bedienung
anzufangen mit lernen, aber ich möchte klar zum Ausdruck bringen,
dass ich das eben für eine gewalttätige Handlung gegenüber den
Nutzern halte, das zu erwarten/vorauszusetzen. Dankenswerterweise
kann man sich in der Welt der FOSS dem entziehen, indem man einfach
eine Alternative sucht. Wobei ich damit so einige Schwierigkeiten
hatte, denn wirklich keine der Alternativen ist so perfekt, wie die
vorherige Version (das Nutzen von Gnome2), auch nicht Mate oder
Cinnamon, bei allen hakt es an irgend einer Stelle. Leider ist
Computing anscheinend jedoch inzwischen zu einer Art
Mode-Unterwürfigkeit verkommen, weshalb ja verlangt wird, dass man
"mit der Zeit geht" (wo doch eine Mode eigentlich das allerletzte
ist, was irgend etwas zu bestimmen haben dürfte).

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