2. Februar 2013 01:52

Re: HP hat also doch richtig gerechnet...

kein freies Pseudo schrieb am 1. Februar 2013 00:57

> Es wurden bei der Berechnung München weder bei Linux noch bei Windows
> Wartungskosten berechnet, also beide nach gleichem Verfahren
> bewertet. Es wird ja auch nicht aufgeführt welche der PCs von NT dann
> auf XP aufgerüstet worden sind. Also bei 13% Windows PC werden wohl
> einige dabei sein.

Das ist aber die Linuxvariante, die Windowsvariante wurde abgelehnt.
Das hier dennoch Windowsrechner eingesetzt werden müssen, muss ganz
klar der Linuxversion hinzugerechnet werden - denn sie gehören
offenbar zum Konzept dazu. Das Linux nicht die geforderten Aufgaben
erfüllen kann, ist eigentlich nur ein weiteres Armutszeugnis.

> MS hatte das Pflichtenheft. Nach dem wird angeboten. Wenn sie das
> nicht gemacht haben dann sind sie selbst schuld.

Wieder werden hier Äpfel mit Birnen verglichen - MS hat nach
Pflichtenheft angeboten (Geh ich mal von aus, da Support inkl. war),
das war zu teuer und wurde abgelehnt, damit aber die politisch
gewählte Variante nicht zu teuer wird, wird hier vom Pflichtenheft
abgewichen und völlig auf Support verzichtet.

> Zudem sehe ich auch nicht ein wieso wenn die Personalkosten angegeben
> werden die Supportkosten auch nochmals explizit aufgeführt werden
> müssen. Dann verrechnest du nämlich doppelt. Da müsstest du eher die
> Personalkosten aufsplitten. Aber wenn du damit anfängst musst du
> jeden anderen einzelnen Posten aufsplitten. Das geht dann wohl zuweit
> für eine Anfrage. Das ist Sache des Rechnungshofes. Die haben das ja
> auch so durchgewunken.  

Moment ... Der Support der von MS angegeben worden ist, ist mit
Support von MS und nicht mit internem Support gleichzusetzen. Ebenso
könnten(!) sie auch Ubuntu-Support in Anspruch nehmen, was sich nicht
machen. Die Personalkosten sind die Kosten der IT und nicht des
externen Supports.

Wenn Du die die interne IT als Support ansiehst, was man gerne machen
kann, dann würde aber bei dem Vergleich der externe Support von MS
hinausgerechnet werden. Denn hier ist dann genau jenes geschehen, was
Du gerade bemängelt hast.

MS + MS-Support + Personal-Support
Linux + Personal-Support

Das hier der Großteil des Personals mit der Einführung und des
Entwickelns von "Linux"-Anwendungen beschäftigt ist/war, kann doch
nicht zu gleichen Teilen der Windowslösung angedichtet werden und
noch einmal den externen migrationssupport von MS obendrauf.

> Übrigens wenn du die 17 Mio des Berichtes von HP anschaust wirst du
> merken das der Betrag dort für Lizenzen und Support nur mit so 5,1
> Mio angeführt wird. Der Rest von fast 12 Mio betrifft andere Sachen.
> Aufgeteilt auf eine Dauer von 8 Jahren. Also diese 5,1 Mio HP
> entsprechen dem Angebot der 27,3 welches Steve Ballmer persönlich
> nach München brachte. Das waren damals nochmals 15% Rabatt. Und auf
> diese Preise gibt HP nochmal 80%? Also ich glaub nicht mehr an den
> Weihnachtsmann und jeder Admin und IT Mann/Frau wird dir das Gleiche
> sagen. Das ist ja für 8 Jahre 1/2 von dem was ich damals für eine
> Studentenlizenz für 1 Jahr für XP Prof. mit Office ohne Support
> bezahlt habe. Musste jedes Jahr erneuert werden.

Ehrlich gesagt, wie genau sich die 17Mio aufschlüsseln habe ich mir
nicht angesehen, ich bin jetzt von einem "BlankoSystem" ausgegangen,
da München mit Linux auch "Blanko" fährt - d.H. ohne jeglichen
Fremdsupport oder irgendwelche Wartungsverträge. Wenn es tatsächlich
so aufgeschlüsselt sein sollte, wie Du hier angibst, dann ist es
natürlich Blödsinn.

Allerdings ändert auch dies nichts an der Tatsache, das wenn man
beide Systeme "Blanko" vergleicht, die 17 Mio durchaus richtig sind
(aber dann ohne Support und ähnlichem)

> Aber MS wird einigen Klärungsbedarf auch gegenüber den eigenen Kunden
> haben. 

Das werden sie wohl machen müssen, aber da mache ich mir keine Sorgen
bei MS, die werden ihren Kram schon los.

Es geht mir hier auch wenig um MS oder nicht MS, es geht mir um das
verschwendete Steuergeld.

> Hast du überhaupt schon mal einen Versionenwechsel in Linux gesehen.
> Der einzige welcher problematischer sein könnte ist der von SUSE nach
> Ubuntu/Debian weil dann anstatt rpm deb Pakete verwendet wird. Aber
> das war es dann schon auch. Hab noch nie erlebt das ich bei einem
> Versionenwechsel unter Linux dann mühsam die passenden Treiber suchen
> musste. Einmal hatte ich ein Problem mit einem PC aber da hat Linux
> automatisch wieder den alten Zustand hergestellt.

Die springen aber nicht von Version zu Version, da liegen Jahre
dazwischen und wenn Du ein angepasstes Ubuntu 6.06 auf ein 10.04
upgradest und dann auch noch Office und diverse Anwendungen, dann ist
es nicht mehr unproblematisch. 

Die Angaben entsprechen Schätzungen, da mit SuSE angefangen worden
ist, dann auf Ubuntu gewechselt (anzunehmender weise eine mit LTS)
und aktuell eine 10.04 installiert ist.

> Da hab ich mit Windows ganz andere Erfahrungen gemacht. Von fehlenden
> Treiber für die Netzkarte angefangen über USB Treiber etc. Je nachdem
> kannst du ja schauen wie du das auf den PC bringst. Wenn beides
> zusammen nicht funktioniert dann bist du dazu verdammt eine CD zu
> brennen. Die Floppys gibt es ja heute auch nicht mehr. Du wirst aber
> oft genau diese Problem antreffen. Wenn ein Treiber heute auf Windows
> 7 nicht signiert ist kannst du nur hoffen das du noch irgend einen im
> Internet findest oder sonst musst du halt die Harware oder einen Teil
> davon wechseln oder du hoffst das der Hersteller so gnädig ist und
> einen signieren lässt von MS. Bei XP konntest die trotzdem noch
> akzeptieren, aber das sit heute auch vorbei. Wenn die also mit neuer
> Hardware für W7 rechne haben sie guten Grund zu der Annahme. Aber
> viel Vergnügen wenn du auf alten PC ein neues Windows migrieren
> willst. Das geht nur reibungslos mit neuer Hardware. 

Ich gehe sehr stark davon aus, dass der 5 Jahres Turnus entsprechend
mit neuer Software durchgeführt wird. Da wird kein Rechner von 2001
ein Windows 7 erhalten. Wenn sie 2012 gewechselt wären, dann hätte es
keine Probleme mit Rechnern von 2007 gegeben, zumal hier dann sowieso
neue Rechner fällig gewesen wären.

Dieses Treiber-/Hardwareargument zieht einfach nicht, da künstlich
herbeigeredet.

> Die Angebote von SUSE/IBM und Windows waren übrigens vergleichbar.
> Das KO Kriterium war nicht mal der Preis. Aber das offene Format zB.
> welches MS zum damaligen Zeitpunkt nicht unterstützen wollte. Wenn MS
> das Projekt damals nicht bekommen hat war das weil sie die
> Killerkriterien nicht unterstützen und das war nicht einmal der
> Preis. Auch wenn du die Zahlen von HP anschaust siehst du das sie
> diese Kriterien immer noch nicht drin haben. Also bitte, wenn du ein
> Auto mit Klimaanlage suchst kann doch der Verkäufer nicht kommen und
> sagen du hättest das Auto viel billiger bekommen wenn du einfach auf
> die Klimaanlage verzichtet hättest.

Nun, München "sagt" hier aber was anderes:
http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/LiMux/Uebe
r-das-Projekt-LiMux/Die-Vorstudie.html

Der ausschlaggebende Punkt war der Preis! Erst nachdem ein
"gleichstand" zwischen zwei Systemen herrschte wurde eine "Freiheit"
mit hineingenommen.

> MS hat einfach gehofft das München zuschnappt und dann der Vendor
> Look seine Früchte trägt. Aber dadurch das dies eben nicht der Fall
> war musste MS wohl umdenken.

Der "Vendor Lock" trägt immer seine Früchte, egal ob Du auf MS oder
auf Linux setzt. Denn dieser besagt lediglich, dass die
Umstiegskosten sehr hoch sind und das sind sie. Auch wenn München
sich hier die Kosten schön rechnet.

Stell Dir vor München hätte vorher ein Ubuntu mit OpenOffice
eingesetzt, glaubst Du wirklich München wäre billig auf ein Windows
mit MS-Office umgestiegen? Nein, es wäre min. genauso teuer geworden.
Daher besteht immer ein "Vendor lock in". Den hast Du übrigens
besonders heftig bei der OpenSourceSoftware von SAP, da hier meist
auch sämtliche Geschäftsprozesse umgestellt worden sind.

> München ist doch ein Glücksfall für
> offene Formate. Erst durch solche Ereignisse hat MS ja angefangen
> sich an FOSS zu beteiligen oder auch andere Formate, wenn ab und zu
> auch halbherzig zu berücksichtigen. Sie fangen sogar an sich vermehrt
> an Standards zu halten wie der IE zeigt. 

Das ist natürlich immer gut, ob hier München jetzt den Ausschlag gab
oder nicht, ist mir egal. Aber diese Entwicklung beobachte ich auch
mit wohlwollen.

> Also was willst du mehr? Irgendwann spielt es keine Rolle mehr was
> für einen PC oder OS du hast. Du kannst alles öffnen und anschauen
> was du willst. 

Ja, das wäre wunderbar, wenn man das Tool seiner Wahl einsetzen kann,
ohne auf Formate zu achten. Das halte ich sogar für sehr wichtig.

> Du kannst in einem Betrieb zwischen verschiedenen
> Systemen hin und her migrieren ohne Angst zu haben das du deine Daten
> nicht mehr lesen kannst. 

Na gut, das hin und her migrieren wäre weiterhin sau teuer,
allerdings stimme ich dem Punkt "Keine Angst" zu.

> Also nimm es gelassen, aber München ist ein Glücksfall und das sogar
> finanziell.

Jain, ja München hat genug Geld sich solche Spielereien zu leisten,
aber nein, auch München hätte meiner Meinung nach dringendere
Probleme, dazu gehören Wohnraum, Lebenshaltungskosten, Infrastruktur,
Kriminalität und Bildung.

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