26. November 2012 15:58

Re: Warum eine Freeware-only Strategie kein nachhaltiges Modell sein kann... (Editiert vom Verfasser am 26.11.12 um 16:02)

j.maletzky schrieb am 26. November 2012 15:26

> Mich ärgert lediglich, die zur Schau getragene politische Überhöhung
> eines normalen technischen Vorganges, des Wechsels eines
> Betriebssystems und der damit verbundene Anspruch das absolut
> Richtige zu tun, schlicht der Ausschließlichkeitsanspruch.

Ich glaube nicht, dass man das der Stadt München in ihren
Veröffentlichungen zur Last legen kann. Wie erwähnt lassen sich deren
Schritte ja durchaus rational begründen. Hier im Forum ist das
natürlich was Anderes ;^)

> Davon abgesehen ist es wahrscheinlich so, dass der Vorgang an sich,
> durch die Medien, OpenSource-Apologeten und OpenSource-Kritiker
> gleichermaßen aufgebauscht wurde und wird.

Man muss sehen, dass hier aus der Sicht mancher das Unmögliche
möglich gemacht wurde. Wenn LiMux erfolgreich ist, dann bedeutet das,
dass eine große deutsche Gebietskörperschaft mit immerhin 15.000
Arbeitsplatzrechnern (und damit größer als die allermeisten deutschen
Wirtschaftsunternehmen) für ihre alltägliche Büroarbeit OpenOffice
und Linux statt Microsoft Office und Windows einsetzen kann – was
bislang als de facto unmöglich galt. Und dabei am Ende auch noch Geld
spart! Wenn sich das rumspricht!! »Irgendetwas *muss* da einfach
falsch sein – wir müssen nur noch herausfinden, was …«

Für andere ist das Ganze natürlich endlich eine Bestätigung von etwas
Großem, was man sowieso schon immer wußte, was einem aber keiner
glauben wollte. Meldungen wie die aus München sind Wasser auf die
Mühlen und endlich mal ein positiver Bericht nicht nur aus dem
wirklichen Leben (FLOSS-Verfechtern wird ja gerne vorgeworfen, von
der echten Praxis keine Ahnung zu haben), sondern auch noch aus dem
eigenen Heimatland (für Leute, denen Facebook, Google oder der NYSE
als Beispiele für erfolgreichen Linux-Einsatz in Bereichen, wo man
mit Windows keinen Blumentopf gewinnen kann, nicht reichen) und gar
auf der verfemten Desktop-Seite (wo man Linux ohnehin keinen Deut an
Erfolgschancen zugesteht). Der Versuchung des »Told you so …« ist da
natürlich schwer zu widerstehen, genau wie die moralische Pflicht,
den Krümelpickern der ersten Art Paroli zu bieten.

Und flugs hat man dann 1000 Forenpostings und mehr …

Anzeige