Der Reinraumansatz
Für all diejenigen, die es genauer wissen wollen, folgt jetzt die klassische Methode, einen PXE-Boot-Server zu bauen: Ein frisch installiertes System auf Debian-Basis motzt man mit einigen Paketen geeignet auf. Wer schon Teile der Dienste in Betrieb hat, pickt sich einfach die entscheidenden Punkte aus der Anleitung heraus:
apt-get install tftpd-hpa isc-dhcp-server openbsd-inetd
Den TFTP-Server konfigurieren Sie in der Datei /etc/default/tftpd-hpa
TFTP_OPTIONS="--secure"
TFTP_USERNAME="tftp"
TFTP_DIRECTORY="/srv/tftp"
TFTP_ADDRESS="0.0.0.0:69"
Im Verzeichnis /srv/tftp braucht jedermann Leserechte, damit der Server die Dateien auch ausliefern kann. Anders als viele gängige Dienste bringt der tftp-Server kein Init-Skript mit. Stattdessen spannt man den Inet-Daemon (bei Debian openbsd-inetd) ein, um den Dienst zu starten. In der Datei /etc/inetd.conf sorgt die Zeile
tftp dgram udp wait root /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/in.tftpd -s /srv/tftp
dafür, dass der inet-Daemon bei Verbindungsanfragen auf dem tftp-Port den TFTP-Server startet.
Dem DHCP-Server (jetzt kein Proxy mehr) sollten Sie in /etc/default/isc-dhcp-server explizit mitteilen, auf welcher Schnittstelle er Anfragen beantworten soll, etwa eth0:
interfaces="eth0"
Außerdem müssen Sie den DHCP-Dienst grundlegend konfigurieren, eine minimale Konfigurationsdatei sieht so aus:
authoritative;
allow booting;
allow bootp;
option domain-name-servers 192.168.1.1;
subnet 192.168.1.0 netmask 255.255.255.0 {
range 192.168.1.20 192.168.1.40;
option subnet-mask 255.255.255.0;
option broadcast-address 192.168.1.255;
option routers 192.168.1.1;
}
host desinfect {
next-server 192.168.1.2;
hardware ethernet 00:01:02:03:04:05;
fixed-address 192.168.1.50;
filename "ct/pxelinux.0";
}
Die Anweisungen erklären den DHCP-Server für aktiv und zuständig (authoritative;), aktivieren die Boot-Dienste (allow booting; allow bootp;) und richten einen Adresspool für das private Netz 192.168.1.0 ein.
Clients erhalten nach dem Start (/etc/init.d/isc-dhcp-server start) Adressen ab 192.168.1.20. Als Nameserver und Gateway gibt der Server die Adresse 192.168.1.1 heraus. Das könnte ein Router im lokalen Netz sein, auf dem dann – sofern vorhanden – der DHCP-Dienst zu deaktivieren wäre.
In der host-Deklaration schließlich ordnen Sie dem System mit der Hardware-Adresse (MAC) 00:01:02:03:04:05 eine feste IP-Adresse zu und verweisen ihn auf den Boot-Server und eine dort abgelegte Boot-Datei. Die IP-Adresse 192.168.1.2 sollte dabei die des Servers selbst sein, also des Systems, auf dem Sie DHCP-Server und TFTP-Server gerade einrichten. Ein Bootmenü analog zu dem per Dnsmasq realisierten macht mit dem ISC-DHCP-Server mehr Arbeit: Hier greift man am besten auf die Möglichkeiten von ISOLINUX/Syslinux zurück.
Fehlersuchhilfen
Klappt die Inbetriebnahme nicht ad hoc oder bleibt das Booten mittendrin stecken, so gilt der erste Blick den Log-Dateien des Systems. Die enthalten oft sinnvolle Hinweise auf nicht gefundene Dateien, falsche Pfade et cetera. Aber nicht jede Fehlermeldung, die dort herumschwirrt, deutet gleich auf ein Problem hin: Ein PXE-Client probiert mehrere Dateinamen aus, die gehen von der MAC-Adresse aus und verallgemeinern immer weiter.
Auch dem startenden Desinfec’t kann man detailliert auf die Finger sehen. Lässt man in /srv/tftp/ct/pxelinux.cfg/default in der APPEND-Zeile die Option splash weg, dann sieht man die Ausgaben des bootenden Systems. Wenn Sie sich im startenden System umsehen wollen, noch bevor das eigentliche Live-System richtig zum Leben erwacht, können Sie die APPEND-Zeile um die Option break=init ergänzen. Bei hartnäckigen Problemen hilft nur ein Paketsniffer.
- Download: Aktualisierte RAM-Disk für Desinfec't-Netzwerk-Boot
- Kommentare & Diskussion: Forum zu Desinfec't
Cross-Site-Scripting (XSS) ist eine der größten Plagen, mit denen Webmaster zu kämpfen haben. Der neue Standard "Content Security Policy" soll endlich Abhilfe schaffen.
Wie schwer ist es, einen Hotelsafe zu knacken? heise Security hat es spontan ausprobiert – mit einem überraschenden Ergebnis.
Die Weboberfläche zur Verwaltung von ProLiant- und Integrity-Servern enthält eine kritische Sicherheitslücke.
Eine Lücke, viele Updates: Adobe hat ein kritisches Sicherheitsloch gestopft und neue Flash- und Air-Versionen für sämtliche Plattformen veröffentlicht.
Am Juni-Patchday hat Microsoft zahlreihe Lücken in Windows, Internet Explorer und Office geschlossen. Eine Rechteausweitungslücke, für die bereits ein Exploit im Netz kursiert, hat die Redmonder Softwareschmiede dabei jedoch offenbar ausgelassen.