07.09.2012 07:38
Bankraub und Erpressung mit Bitcoins Update
Die Bitcoin-Börse Bitfloor ist offenbar gehackt worden, wobei die Angreifer rund 24.000 Bitcoin erbeuten konnten, was laut dem Kursrechner Preev derzeit ungefähr 207.000 Euro entspricht. Möglich wurde der Raub laut dem Börsenbetreiber Roman Shtylmann durch einen Zugriff auf unverschlüsselte Backups von Wallet-Keys. Mit diesen Schlüsseln konnten die Angreifer die Bitcoins transferieren.
Shtylmann wendete sich in einem Forenbeitrag an die Öffentlichkeit und gab bekannt, den Dienst bis auf Weiteres aussetzen zu müssen. Ein erheblicher Teil der auf der Börse vorhandenen Bitcoins sei mit dem Hack verloren. Dabei betonte er, über die aktuellen Logs aller Transaktionen und vorhandener Accounts zu verfügen. Damit sei gegebenenfalls auch eine Rückzahlung an Bitfloor-Kunden möglich. Ob und wie es mit Bitfloor weitergeht, ist derzeit noch offen.
Bitcoins sind eine digitale, nicht-staatliche Währung, die durch einen kryptografischen Algorithmus verteilt im Netz generiert wird. Da die anonyme Nutzung dieses Zahlungsmittels zum Konzept gehört, hat ein Diebstahl der digitalen Geldbörse wie bei Bitfloor dieselben Folgen wie ein Klau des analogen Portemonnaies: Das Geld ist weg. Und bereits mehrfach waren Bitcoins schon begehrtes Diebesgut: Im Mai 2012 wurde die Börse Bitcoinica beraubt, im März 2012 konnten Bitcoins im Wert von 150.000 Euro durch Einbruch beim Cloud-Dienst Linode gestohlen werden. 2011 erwischte es die bedeutende Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox, was den Kurs der Währung drastisch nach unten trieb.
Allerdings gibt es auch Hacks, die sich – wenn auch indirekt – positiv auf die virtuelle Währung auswirken: So behaupten US-Hacker, sich über die Server der Finanzprüfer PriceWaterhouseCoopers Zugriff auf die Steuerunterlagen von Mitt Romney verschafft zu haben, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. Die Hacker wollen verschlüsselte Kopien der Unterlagen an zahlreiche US-Medien verschickt haben und drohen mit der Freigabe der Schlüssel. Der wegen seines Steuersatzes von 13 Prozent oftmals kritisierte Romney könne die Veröffentlichung aber mit einem Schweigegeld verhindern – in Höhe von einer Million Bitcoin. Wie Venture Beat meldet, hat diese Forderung sogleich dem Wechselkurs der Währung neuen Schwung gegeben: Um 6 Prozent soll sie am Mittwoch an Wert gegenüber dem US-Dollar zugelegt haben.
Ob die Hacker tatsächlich brisantes Material in Händen halten, ist noch unklar. Der Secret Service soll bereits Ermittlungen in der Sache anstellen, wie CNet berichtet. PriceWaterhouseCoopers teilte laut dem Bericht mit, bislang keinen Hinweis auf einen Einbruch in das eigene Computersystem gefunden zu haben.
[UPDATE, 7.09.2012, 11:00]
Leider ist uns bei dem Artikel ein Fehler unterlaufen: Die Erpresser fordern von Mitt Romney eine Summe von einer Million US-Dollar, die in Bitcoin gewechselt werden soll. Das entspricht rund 90.000 Bitcoin beziehungsweise ungefähr 800.000 Euro.
(axk)
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