11.02.2012 13:02
CIA-Website nach Angriff vom Netz
Die Website des US-Geheimdienstes CIA war am gestrigen Freitag stundenlang nicht erreichbar, vermutlich wegen eines sogenannten DDoS-Angriffs (Distributed Denial of Service). Dabei wird ein Webserver mit Anfragen von zahlreichen Clients überhäuft, bis er unter dieser Last in die Knie geht. Auch Webseiten der Vereinten Nationen, eines mexikanischen Bergbau-Verbandes und des US-Bundesstaates Alabama wurden angegriffen.
Während der Suche nach den Verursachern lenkte zunächst die Hacker-Vereinigung Anonymous per Twitter die Aufmerksamkeit auf sich. Zuletzt hatte Anonymous im Januar die Websites der Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums als Vergeltung für die Schließung der Online-Speicherplattform Megaupload angegriffen.
Die CIA bestätigte dem Nachrichtensender CNN und dem Online-Dienst CNET lediglich, dass es Probleme beim Zugang zur Website gab. In Alabama gab es auch Anzeichen dafür, dass sich die Angreifer Zugang zu Informationen des Bundesstaates verschafft haben könnten. Das wurde nach CNN-Informationen untersucht.
Angebliche Anonymous-Mitglieder stifteten Verwirrung, was die Urheber der Angriffe angeht. Zunächst verwiesen sie selbst auf einen Online-Bericht des russischen Nachrichtensenders Russia Today, in dem es hieß, Anonymous habe die CIA-Website lahmgelegt. Später hieß es in einer Twitter-Mitteilung: "Wenn wir auf einen Hack oder DDoS-Angriff hinweisen, heißt es nicht unbedingt, dass wir es waren."
Die Anonymous-Bewegung setzt sich für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur ein. Unter dem Decknamen gab es schon zahlreiche Angriffe auf Banken, Kreditaktenfirmen oder Behörden. Die Hacker-Vereinigung ist locker organisiert; im Prinzip kann jeder in ihrem Namen sprechen, ohne dass
dies sicher überprüft werden kann.
Anonymous-Mitglieder schließen sich zumeist ad hoc zu einzelnen "Operationen" zusammen. Bekannt geworden ist das Kollektiv vor allem mit Angriffen auf Firmen, die dem Enthüllungsportal Wikileaks die Zusammenarbeit aufgekündigt hatten, etwa Mastercard. (dpa)
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(un)
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