29.11.2012 19:31
Deutscher IT-Sicherheitspreis 2012 verliehen
Zum vierten Mal hat die Horst-Görtz-Stiftung den Deutschen IT-Sicherheitspreis verliehen. Eine Jury aus IT-Sicherheitsfachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft wählte am Donnerstag herausragende Lösungen aus den Bereichen IT-Sicherheit und Kryptographie, wie aus der Pressemitteilung (RTF-Datei) hervorgeht.
32 Teams bewarben sich dieses Jahr. Da die jeweils zwei besten und zweitplatzierten Teams Arbeiten auf gleichem, hohem Niveau einreichten, wurde das Preisgeld unter den vier Teams aufgeteilt. Die zwei erstplatzierten Teams erhielten je 50.000 Euro, die zweiten je 30.000 Euro. Die weiteren sechs Finalisten erhielten eine Urkunde.
Der erste Preis ging an die Infineon Technologies AG für die Entwicklung eines kryptographischen Protokolls.
Ein erster Preis ging an Dr. Berndt Gammel, Dr. Wieland Fischer und Dr. Stefan Mangard von der Infineon Technologies AG für die Entwicklung einer Sicherheitslösung für E-Ticketing-Systeme. Durch ein kryptographisches Protokoll bietet dieses Schutz vor Seiten-Kanalangriffen auf Sicherheits-Chips. Das System kommt bereits in einem elektronischen Fahrkartensystem zum Einsatz.
Einen weiteren ersten Preis erhielten Michael Herfert, Thomas Kunz, René Palige und Ruben Wolf vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie für "OmniCloud". Mit "OmniCloud" können Daten client-seitig vor der Übertragung an einen Cloud-Speicherdienst verschlüsselt werden. Dank dem kostengünstigen und nutzerfreundlichen Verfahren sollen auch kleinere Unternehmen Datenbackups in die Cloud durchführen können.
Der zweite Preis geht an Stefan Heyse und Prof. Dr. Eike Kiltz von der Ruhr-Universität Bochum, Vadim Lyubashevsky von der ENS Paris und Prof. Dr. Krzystof Pietrzak vom IST Austria für "LaPIN". Das Authentifizierungsprotokoll "LaPIN" ist platzsparender als vergleichbar sichere Challenge-Response-Protokolle und eignet sich dadurch besonders für kleine eingebettete Systeme.
Ein weiterer zweiter Preis geht an Dr. Huajian Liu, Dr. Martin Steinebach und York Yannikos vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie für "ForBild". Das System nutzt robuste Hashs zur forensischen Bilderkennung. Anstelle von Dateieigenschaften werden Bilder durch Muster der menschlichen Wahrnehmung erkannt. Das Verfahren kann Ermittler bei der Sichtung von Bildbeweismaterial entlasten.
In diesem Jahr erfolgt die Preisverleihung auch erstmals zusammen mit der Verleihung des ersten Deutschen IT-Sicherheitspreises für kleinere und mittlere Unternehmen.
(gil)
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