28.03.2012 13:40
EU will Cybercrime mit eigenem Zentrum bekämpfen
Mit einem gemeinsamen Zentrum gegen Online-Kriminalität will die Europäische Union ihre Jagd auf Hacker und Internet-Betrüger ausweiten. Insgesamt 55 Ermittler von EU-Kommission, Mitgliedsstaaten und der Polizeibehörde Europol sollen darin zusammenarbeiten, sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch in Brüssel.
Im Januar 2013 soll die neue Einheit mit zunächst 30 Mitarbeitern in Betrieb gehen. Sie soll Europol mit Sitz im niederländischen Den Haag angeschlossen werden. Die Führungsebene der europäischen Polizeibehörde muss dem Vorschlag noch zustimmen. Rund 3,6 Millionen Euro will sich die Kommission die neue Ermittlereinheit jährlich kosten lassen.
Das Zentrum soll die EU-Mitgliedstaaten vor großen Bedrohungen durch Cyberkriminalität warnen, auf Mängel ihres Online-Schutzes hinweisen, organisierte Netze von Cyberstraftätern und groß angelegte Onlinedelikte aufdecken. Auch soll sie bei Untersuchungen computerforensische Hilfe leisten und bei der Zusammenstellung gemeinsamer Untersuchungsteams unterstützen.
Das Zentrum soll Informationen aus offenen Quellen, aus der Privatwirtschaft, von Polizeidiensten und aus akademischen Kreisen sammeln. Es soll als Wissensgrundlage für die Polizei dienen, Kenntnisse über Cyberstraftaten auf EU-Ebene bündeln, Schulungen zentral koordinieren und als Disussionsplattform für Verbraucher, Forschung und Wirtschaft dienen.
1 Million Menschen würden täglich Opfer von Internet-Kriminalität, so Malmström. Dazu zählte sie auch Spam-Mails und elektronische Post von Betrügern, die nach Kontodaten fragen. Jeden Tag würden aufgrund von Hackerversuchen bis zu 600.000 Facebook-Konten gesperrt, allein im Jahr 2009 seien über 6,7 Millionen mit Bots infizierte Computer ermittelt. Durch Bekämpfung der Cyberstraftaten soll auch das Vertrauen der Verbraucher in den elektronischen Geschäftsverkehr gestärkt werden. (mit Material von dpa) /
(anw)
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