18.06.2009 10:01
Ein Botnetz? Geschnitten oder im Stück?
"Ein Botnetz? Wir haben gerade ein japanisches im Angebot! Macht fünf Dollar für tausend infizierte PCs!" So ähnlich scheint der Handel mit infizierten Rechnern im Untergrund zu funktionieren. Der Sicherheitsdienstleister Finjan hat einen Bericht veröffentlicht, wonach es dem hauseigenen Malicious Code Research Center gelungen ist, eine Handelsplattform für Botnetze zu analysieren.
Auf der Plattform "Golden Cash" (Your Money Making Machine) können Kriminelle Botnetze verkaufen und kaufen. Die Preise variieren je nach Lage des Botnetzes. Während 1000 Zombie-PCs in Japan zu Schleuderpreisen über den digitalen Tisch gehen, müssen Käufer eines Botnetzes in Australien für 1000 Rechner schon bis zu 500 Dollar zahlen. Auf "Golden Cash" können Kriminelle auch Bestellungen für bestimmte Größen und Regionen hinterlegen und auf Angebote warten.
Daneben versorgt "Golden Cash" seine Partner mit Exploit-Toolkits, um PCs zu infizieren und Webseiten zu manipulieren. Unter anderem sammeln die Golden-Cash-Bots FTP-Zugangsdaten für Webseiten, durch die Kriminelle Zugriff auf die Seiten erhalten, um Browser-Exploits einzubetten. Alles in allem stellt die Plattform nach Einschätzung von Finjan ein hochprofitables System dar. Weitere Details hat Finjan in seinem Cybercrime Intelligence Report, Issue 2, veröffentlicht (PDF).
Siehe dazu auch:
- Und es hat Boom gemacht: Botnetz zerstört sich selbst
- Im Körper des Feindes: Forscher kontrollieren Botnetz
- Symantec: Schattenwirtschaft im Internet blüht
- Internet-Kriminalität: Florierender Handel von teuer bis billig
(Daniel Bachfeld)
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(dab)
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