09.01.2013 19:49
Europäisches Cybercrime-Zentrum nimmt Arbeit auf
Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität soll am kommenden Freitag offiziell eröffnet werden. "Dank des Zentrums wird die EU wesentlich effizienter gegen Cyberkriminalität vorgehen und ein freies, offenes und sicheres Internet verteidigen können", sagte EU-Kommissarin Cecila Malmström am Mittwoch in Brüssel. Das bei Europol in Den Haag angesiedelte Zentrum soll die EU-Staaten "operationell unterstützen und Fachwissen in die gemeinsamen Untersuchungen auf EU-Ebene einbringen", wie es in Brüssel heißt.
EU-Kommissarin Cecilia Malmström und der Leiter des Cybercrime-Zentrums, Troels Oerting, am Mittwoch in Brüssel.
Bild: EU-Kommission
Dabei sollen sich die Ermittler auf organisierte Kriminalität im Cyberspace konzentrieren. Schwerpunkte sollen sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet sowie Finanzdelikte sein. Zudem sollen sich die EU-Cybercops mit Attacken auf kritische Infrastrukturen und Informationssysteme befassen. Zu den Aufgaben gehören Analyse und Bewertungen, um mögliche Bedrohungslagen früh erkennen und bekämpfen zu können.
Cyberkriminalität kenne keine Grenzen, merkte der designierte Chef des Zentrums, Troels Oerting, an. "Wir brauchen ein flexibles, adäquates Vorgehen gegen Cyberkriminalität." Das Zentrum solle die jeweils ermittelnden nationalen Behörden operativ und forensisch unterstützen und darüber hinaus "das entsprechende Knowhow sammeln und verbreiten". Darüber hinaus wird die Einheit einschlägige Forschung unterstützen und Strafverfolger, Richter und Staatsanwälte weiterbilden.
Die neue Einheit soll mit zunächst 30 Kollegen ihre Arbeit aufnehmen. Im Laufe des Jahres sollen bis zu zehn weitere Vollzeitstellen geschaffen werden. Im Rahmen des Europol-Budgets stehen dem Zentrum für 2013 rund 7 Millionen Euro zur Verfügung. Malmström hatte das Cybercrime-Zentrum im März vergangenen Jahres angekündigt. Die gemeinsame Einrichtung geht auf die Ende 2010 verabschiedete EU-Strategie für Innere Sicherheit zurück.
(vbr)
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