17.08.2012 21:12
McAfee will Facebook-Fotos per App schützen
McAfee hat mit dem Betatest seiner Facebook-App "Social Protection" begonnen. Die App soll von Anwendern hochgeladene Bilder vor unbefugten Zugriffen schützen – und verhindern, dass zugelassene Betrachter Screenshots davon anfertigen. Sichern Facebook-Anwender ihre Bilder mit McAfee Social Protection, werden diese für die Allgemeinheit nur noch stark verschwommen angezeigt. Autorisierte Betrachter müssen zur Anzeige ein Plug-in installieren.
Das Plug-in ermöglicht die Anzeige der Bilder, verhindert aber angeblich das Speichern, Ausdrucken, Herunterladen und blockiert die Screenshot-Funktion des Betriebssystems. Dies soll sicherstellen, dass mit Freunden geteilte Bilder nicht an Dritte weitergereicht werden. Versucht jemand, den Bildschirm mit einer Kamera abzufotografieren, springt ein McAfee-Sicherheitsteufel aus dem Computer und frisst die Speicherkarte.
Wie ein Werbe-Video von McAfee zeigt, sollen Anwender beim Upload nicht nur angeben können, wer die Bilder sehen darf, sondern auch Ausschlusskriterien definieren dürfen wie etwa "Versteckt vor: Gerald Himmelein". Bilder werden entweder einzeln oder in Galerien über die App hochgeladen.
McAfee Social Protection lädt zur Nutzung ein.
Derzeit befindet sich McAfee Social Protection noch in einer geschlossenen Betaphase. Der Versuch, die Webseite der App aufzurufen, sorgt immer mal wieder zu Verbindungsfehlern. Ende des Monats soll die Beta für alle Facebook-Benutzer geöffnet werden. Das Plug-in soll ab Internet Explorer 8 und Firefox 8 laufen; von Chrome ist ebensowenig die Rede wie davon, wieviel der Dienst letztlich kosten soll.
Zur Nutzung muss man der Social-Protection-App die Rechte einräumen, Beitrage im Namen des Anwenders zu veröffentlichen, jederzeit auf alle Benutzerdaten zuzugreifen und die persönlichen Freundeslisten zu lesen.
Vom Ansatz her erinnert McAfee Social Protection an das vor anderthalb Jahren angekündigte Programm X-Pire. Dieses Firefox-Plug-in sollte Bilder anhand eines auf dem Server des Anbieters hinterlegten Schlüssels entschlüsseln. Bei einem Widerruf des Schlüssels lassen sich die Bilder nicht mehr betrachten; das Ganze lief seinerzeit unter dem Schlagwort "Digitaler Radiergummi" und konnte sich nicht durchsetzen.
Auch gegen einen Erfolg von McAfee Social Protection sprechen diverse Faktoren. Zunächst einmal bleiben mobile Facebook-Clients komplett außen vor: Wer mit der App geschützte Bilder mit einem Smartphone betrachten will, wird nur Pixelbrei zu sehen bekommen. Offen bleibt die Frage, wie weit sich von mobilen Geräten hochgeladene Fotos per Social Protection schützen lassen. Das Hauptproblem ist jedoch die Umsetzung per se: App-Anwender müssen alle Facebook-Freunde zur Installation des Anzeige-Plug-ins bewegen – und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Browser-Add-ons das am häufigsten genutzte Einfallstor für Malware sind.
Letztlich hilft vor der unerwünschten Verbreitung potenziell peinlicher Bilder vor allem eins: Gar nicht erst online stellen, auch nicht für Freunde.
(ghi)
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