21.08.2012 18:27
Microsoft warnt vor PPTP und MS-CHAP
Microsoft warnt vor einem gravierenden Sicherheitsproblem bei der Authentifizierung via MS-CHAP v2, die vor allem bei Microsofts VPN-Technik Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) zum Einsatz kommt. Vor drei Wochen stellte der Verschlüsselungsexperte Moxie Marlinspike auf der Black-Hat-Konferenz den Webdienst CloudCracker vor, der jeden PPTP-Zugang für 200 US-Dollar innerhalb von 24 Stunden knacken kann.
Das Grundproblem ist seit vielen Jahren bekannt: MS-CHAP v2 setzt auf eine seltsam verschwurbelte Kombination dreier DES-Operationen. Die lässt sich durch Durchprobieren aller 256 möglichen DES-Schlüssel verlässlich knacken – ganz egal wie kompliziert das verwendete Passwort ist. Diese Aufgabe erledigt ein speziell entwickelter Server mit FPGAs in weniger als einem Tag.
Wer einen PPTP-Anmeldevorgang mit einem Netzwerk-Sniffer mitprotokolliert, kann mit dem Open-Source-Tool chapcrack die dazu benötigten Token extrahieren und sich bei CloudCracker für 200 US-Dollar den Schlüssel knacken lassen, mit dem er anschließend den kompletten Netzwerkverkehr entschlüsseln kann. Das gleiche gilt analog auch für Firmen-WLANs, die mit WPA2 und MS-CHAP2 gesichert sind. Deren MS-CHAPv2-Challenge und Response kann man mit FreeRADIUS-WPE abfangen und dann wiederum an chapcrack verfüttern.
Für mehr Sicherheit gibt es im wesentlichen zwei Strategien: Entweder man packt die MS-CHAP-Authentifizierung in einen separat verschlüsslten Tunnel – Microsoft empfiehlt dazu das Protected Extensible Authentication Protocol (PEAP) – oder man wechselt auf eine sichere VPN-Technik. Als Alternativen schlägt Microsoft L2TP/IPSec, IPSec mit IKEv2 oder SSTP vor. Das Open-Source-Protokoll OpenVPN kommt in der Aufzählung nicht vor.
(ju)
Unsere Entdeckung, dass via Skype verschickte URLs von Microsoft besucht werden, hat für einigen Aufruhr gesorgt. Mittlerweile liegen etwas mehr Informationen dazu auf dem Tisch.
Die aktuelle BKA-Trojaner sperrt nicht nur den Rechner, sondern legt auch Bilder mit Kinderpornografie auf dem System ab. Mit Desinfec't kann man diesen Unrat aufspüren und beseitigen.
Der Krypto-Experte Karsten Nohl kritisiert die Absenkung des Schutzniveaus für Steuer-, Sozial- und Gerichtsdaten im Rahmen der gesetzlichen Anpassungen für De-Mail.
Wer verhindern will, dass Nutzer auf fremde Kalender zugreifen oder eigenen PHP-Code in den Server einschleusen, sollte baldmöglichst auf eine der aktuellen Versionen umsteigen.
Die Mozilla-Entwickler haben zahlreiche Sicherheitslöcher in Firefox und Thunderbird gestopft. Durch eine kann ein Angreifer, der bereits einen Fuß in der Tür hat, an Systemrechte gelangen.