03.01.2008 12:17
Social-Networking-Seiten liefern Kriminellen wertvolle Informationen
Social-Networking-Seiten ziehen weltweit nicht nur immer mehr Nutzer an, sondern auch immer mehr Kriminelle. MySpace, Facebook, Orkut und andere Seiten zum Knüpfen und Pflegen von Kontakten enthalten nach Meinung von Sicherheitsspezialisten äußerst wertvolle Informationen für gezielte Angriffe auf Anwender. Damit sollen sich etwa Mails mit schädlichen Inhalten weitaus glaubwürdiger gestalten lassen, um ein Opfer davon zu überzeugen, einen infizierten Anhang zu öffnen. Beispielsweise könnte sich der Absender als Geschäftspartner oder Kollege ausgeben. Auch Phishing-Mails würden sich so gezielter formulieren lassen – und Spam-Mails passend zu den Hobbys versenden.
Es sei bemerkenswert, konstatiert Mary Landesman vom Sicherheitsunternehmen ScanSafe gegenüber britischen Medien, dass Anwender auf Social-Networking-Seiten Details über Leben, Liebe, Beruf und Hobbys verraten würden, die sie einem Fremden in einer Bar nie anvertrauen würden. Damit würden sie sich angreifbar machen. Bereits Mitte 2007 berichteten Sicherheitsunternehmen von ersten gezielten Attacken auf Personen aus Wirtschaft, Industrie und Politik, bei denen offenbar vorher Informationen über Profile auf Facebook und Linked-In gesammelt wurden.
Darüber hinaus bieten Seiten wie MySpace und Orkut ein gehöriges Wurm-Potenzial. Erst Ende des vergangenen Jahres schlängelte sich ein JavaScript-Wurm durch Orkut. Nach neuen Informationen soll er dabei nicht nur die Profile zahlreicher Anwender infiziert, sondern zusätzlich Bankdaten ausgespäht haben. Die Sicherheitsspezialisten raten nun allerdings nicht davon ab, Sozialnetzwerke zu nutzen. Dazu böten sie einfach zu viele Vorteile für den normalen Anwender. Vielmehr gelte es, das Risiko zu minimieren respektive zu managen. Wie genau das geschehen soll, bleibt allerdings offen.
Siehe dazu auch:
- JavaScript-Wurm schlängelte sich durch Social-Networking-Seite Orkut, Meldung auf heise Security
- Gezielte Trojaner-Angriffe auf PCs von Führungskräften, Meldung auf heise Security
(dab)
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