21. Februar 2013 04:22

Re: Frage: Wie sieht es in solchen Fällen eigentlich mit Schadensersatz aus?

Hi Ichthyo
Danke für die ausführliche Schilderung Deiner Sichtweise. Bei den
Vergleichen kann man tatsächlich des Öfteren ins Schlingern kommen
weil bei dem einen fiktiven Fall etwas was in einem anderen ebenfalls
fiktivem Fall noch einleuchtend klang, plötzlich gar nicht mehr so
logisch ist. Ich denke, wir kommen da nicht wirklich weiter, ohne
eine Antwort eines echten Juristen, der sich in dem Bereich auskennt.
Ich denke weiterhin, dass ich einen Schadensersatzanspruch gegen den
Betreiber einer Webseite habe, sofern mir diese Webseite einen
Schaden zufügt..ganz egal ob es nun mit Absicht, aus Versehen oder
durch die Kompromittierung der Seite durch Dritte erfolgt. Alles
andere wäre für mich unlogisch.

Ich meine, wie wäre es denn nach Deiner Ansicht wenn ich ein
aktuelles Antivirenprogramm hätte, dieses aufgrund der Neuheit des
Schädlings allerdings noch nicht dessen Signatur kennt...und sich der
Trojaner in meine svhost.exe einklinkt und meine Firewall sagt, dass
diese eine vertrauenswürdige Anwendung ist und ins Internet verbinden
will. Dann kann mir doch niemand vorwerfen, ich würde unachtsam mit
meinem System umgehen. Was bleibt ist allerdings immernoch der
Schaden an meinem System, direkt oder indrekt verursacht durch die
Seite der Sparkasse. Was ich mit meinem Restaurantvergleich sagen
wollte ist, dass es eigentlich irrelevant sein müsste, wer nun Schuld
an der verseuchten Seite ist (oder an dem verdorbenen Essen im
Vergleich) hat. Für mich als Geschädigtem zählt nur wo ich mir den
Schädling (Vergiftung im Vergleich) zugezogen hab. Die Tatsache, dass
die Sparkasse dieses Internetangebot kostenlos zur Verfügung stellt
und somit keinerlei Nutzungsvertrag oder AGB zugestimmt wurde, kann
eigentlich auch nicht relevant sein..Um mal wieder auf den Vergleich
zu kommen, kann sich ein Restaurantbesitzer ja auch nicht aus der
Verantwortung stehlen indem er sein verdorbenes Essen verschenkt. Und
das mit der Aussage bzgl. des Verlassens der Privatshpäre versteh ich
nicht. Wenn ich auf die Strasse gehe, verlasse ich auch meine
Privatshpäre..was allerdings nicht gleichwohl bedeutet, dass ich dort
keinerlei Ansprüche gegen Personen geltend machen kann wenn sie mir
einen Schaden zufügen. Was ja auch kompletter Blödsinn wäre. Der
BKA-Vizepräsident hat das mit dem Verlassen der Privatsphäre aber
auch in einem komplett anderen Kontext gebracht. Da ging es um
Vorratsdatenspeicherung und Überwachung durch
Strafverfolgungsbehörden aber mit Sicherheit nicht um die Aufgabe
irgendwelcher Rechte im Sinne von Schadensersatz usw. denn sonst
dürfte man auch mit eben dieser Begründung jeden Rechner legal hacken
und private Daten ausspähen..da ja diese Informationen in dem Moment
wo der Rechner im Internet ist nicht mehr privaten Charakter
haben...also wäre quasi die Infiltration des Rechners durch den
Trojaner der Sparkassenseite an sich keine strafbare Handlung solange
der Hacker keine anderen illegalen Handlungen mit den erbeuteten
Daten tätigt. Der könnte ja sonst sagen "Also, wer online ist der
verlässt ja seine Privatsphäre und deshalb darf ich ihn in dem Moment
auch ausspähen"  

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