5. Februar 2013 15:19

Re: Wie das läuft...

kurz angebunden schrieb am 5. Februar 2013 09:57

> Nun schaue man sich unsere EDV-Lehrer an. Im besten Fall sind das
> Pädagogen mit IT-Grundkenntnissen, im schlechtesten quereingestiegene
> gescheiterte ITler, die nichts vermitteln können. 

Vorsicht vor Verallgemeinerungen! Es gibt immer wieder Lichtblicke
aufgrund individuellem Engagement! 
Ich halte es auch für verkehrt, immer wieder auf die Lehrer
einzuprügeln (bin selber einer mit einer komplett anderen
Fächerkombination und hoffe, meine Sache im EDV-Bereich trotzdem gut
zu machen), der Fisch stinkt vielmehr vom Kopf her! 

Es ist dermaßen schwer, in einem föderalistischen Bildungssystem
überall (gleich) gute Bedingungen herzustellen, zu sehr ist auf
höherer Ebene jeder um seine Unabhängigkeit (mit gut dotiertem
Pöstchen) bemüht und zu hoch sind ahnungslose Gestalten aufgrund
ihrer Blenderfähigkeiten in entscheidende Positionen bereits gerückt. 
Dass sich bildungspolitisch kurz- bis mittelfristig etwas ändert,
darauf wage ich nicht mehr zu hoffen. Der Status quo ist eine heilige
Kuh.

Die einzige Hoffnung auf einen engagierten EDV-Unterricht (sei es
inhaltlich mehr auf Informatik oder mehr auf Mediennutzung/gestaltung
basierend) liegt in der einzelnen Schule und dort in individuellen
Lehrern.

In der Tat wird je nach Bundesland und Schulform in sehr
unterschiedlicher Weise Medien-/EDV-Kompetenz vermittelt (oder
versucht, dies zu tun). 
Nur ein Beispiel aus NRW: hier gibt es bisher keinerlei erkennbare
Initiativen, die aus dem Jahre 1993 stammenden Informatikrichtlinien
(Realschule) zu aktualisieren. Das Fach ist einfach nicht vorgesehen!
Informationstechnische Grundbildung oder gar Informatik gibt es nur
in sogenannten zusätzlichen Unterrichtsangeboten (ohne echte
Zensuren). Ein solcher Lehrer wird hoffentlich die alten Lehrpläne
ignorieren und sich zeitgemäßeren Themen widmen. 

Trotzdem ist das Wort "Medienkompetenz" hier bei Bildungspolitikern
in aller Munde. Aber anstatt dafür zu sorgen, dass fähige und
ausgebildete Leute in die Schulen kommen (Pädagogen, und keine auf
dem Arbeitsmarkt gescheiterten Informatiker), will die
Bildungspolitik, dass diese Aufgabe von den einzelnen Fächern (allen)
übernommen wird, wo natürlich überwiegend Leute sind, die mit dieser
Aufgabe hoffnungslos überfordert sind. So bleibt in vielen Fällen der
Komplex "Medien" in der Internetrecherche und im Anfertigen von
Präsentationen stecken.

rudluc

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