Um gern mit Murmeln zu spielen, muss man nicht unbedingt ein Kind sein: Bei Enigma dient eine Murmel, die man mit Tastatur oder Maus durch allerlei vertrackte Labyrinthe und Rätselszenarien steuert, als Spielfigur. Das als freie Software veröffentlichte Spiel ist ein Clone des 1993 erschienenen genialen Dongleware-Klassikers Oxyd und nutzt ziemlich ungeniert nicht nur Spielprinzip, sondern auch Levelgestaltung des seinerzeit von Meinolf Schneider entwickelten Originals.
Das Spiel ist leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern. Bei ihrem Weg durch die streckenweise extrem kniffligen Parcours muss die schwarze Murmel Schalter betätigen, Hindernisse verschieben und farbige Steine berühren. Oft ist pixelgenaues Steuern nötig, damit sie nicht an irgend etwas Zerstörerischem zerschellt. Wenn sie erst einmal Fahrt aufgenommen hat, ist sie nur schwer wieder zu bremsen und schießt leicht übers Ziel hinaus.
Neben Kombinationsvermögen braucht man hier also auch einiges an Fingerspitzengefühl. Das Spiel ist auf eine Auflösung von 640 x 512 beschränkt, was allerdings für die darzustellenden Spielfelder in Ordnung geht. Die beiliegenden fünf Levelpakete bieten genug Herausforderungen für viele Tage.
Die Enigma-Website enthält zahlreiche Links auf herunterladbare Levels und anderes Material, das sich im Internet zum Spiel findet. So gibt es mit Black Ball Ed (www.blackballed.uni.cc) einen komfortablen Level-Editor, der es erlaubt, das Murmelvergnügen im Freundeskreis mit persönlicher Note voranzutreiben. (Nico Nowarra)