Sabayon Linux ist eine Live-DVD, die sich für den schnellen und einfachen Einsteig in Gentoo eignet. Bei Gefallen lässt sich die Distribution auf der Festplatte installieren.
Ihren Namen hat die Distribution vom italienischen Dessert Zabaglione. Luftig, so wie die Weinschaumcreme, kann man sie jedoch nicht nennen, packen die Entwickler doch über 3 GByte an Software in das DVD-Image. Die schlankere „Mini-Edition“ passt auf eine CD. Mit dabei sind bei beiden Desktop-Umgebungen KDE 3.5.5 und Gnome 2.16.1. Die DVD enthält zudem Firefox 2.0 und Openoffice 2.0.4. Sabayon verwendet den Kernel 2.6.18.3 und die Glibc 2.5.
Anders als Gentoo, wo das gesamte Betriebssystem bei der Installation aus den Quellen kompiliert wird, greift Sabayon -wenn man das System auf der Festplatte installiert - auf Binärpakete zurück. Weitere Software wird, wie bei dem Vorbild üblich, über den Paketmanager Portage eingespielt.
Sabayon Linux glänzt durch eine sehr gute Hardware-Erkennung. Sound, Grafik, Netzwerk und die für Notebooks wichtigen Stromsparfunktionen funktionierten im Test auf Anhieb. Nicht nur für Linux-Neulinge interessant ist die Vorkonfiguration: Selbst das Abspielen von verschlüsselten DVDs gelingt ohne weitere Handarbeit; auch für MP3-Dateien hat Sabayon die erforderlichen Codecs an Bord.
Die Distribution erkennt die meiste moderne Grafikhardware und installiert für ATI- und Nvidia-Karten automatisch die proprietären Herstellertreiber. Sie aktiviert die 3D-Beschleunigung und zaubert mit Xgl oder Aiglx wackelnde Fenster und andere Effekte auf den Desktop. Wer keine proprietäre Software mag, kann die Live-DVD durch Eingabe von „noproprietary“ am Bootprompt ohne diese Treiber starten. (akl)