OOS und eyeOS sind keine echten Betriebssysteme auf virtuellen Maschinen. Man kann keine Standardprogramme installieren, aber eigene Anwendungen programmieren. Die notwendigen Schnittstellen legt eyeOS offen; der Code des gesamten Desktops steht unter Open-Source-Lizenz. OOS bringt eine eigene Entwicklungsumgebung mit. In Kürze sollen Programmierer eigene Anwendungen auch gegen Bezahlung anderen Nutzern zur Verfügung stellen können, wobei eine Provision für den Betreiber fällig wird.
Ein echtes Windows XP im Web mit fünf Gigabyte Speicherplatz verspricht Nivio
für fünf US-Dollar im Monat. Der Desktop erscheint als Java-Applet; Standard-Anwendungen soll man über einen Shop mieten können. Im Test wurde allerdings der Zugriff auf die georderte Trial-Version von Microsoft Visio verweigert. (pek)
Fazit
Einige Webdienste haben gegenüber Desktop-Applikationen die Nase vorn. Ein OnlineVirenscanner kann verschiedene Anwendungen abfragen, die sich auf dem eigenen Rechner nicht nebeneinander installieren ließen, da sie ihre Signaturen ständig gegenseitig als Viren identifizieren würden. Selten genutzte Dienste wie ein Konverter von PostScript nach PDF oder ein Vektorisierer müssen nicht lokal vorgehalten werden. Sie sind außerdem eine Alternative zur lokalen Installation, da sie keine Anforderungen an die Darstellung im Browser stellen.
Die meisten Web-Anwendungen bieten deutlich weniger Funktionen als ihre lokal installierten Pendants. Dafür fordern sie weniger Einarbeitung und führen bei einfachen Aufgaben schneller zum Ziel. Die Möglichkeit, gemeinsam Dokumente zu verfassen oder Inhalte direkt im Web zu bearbeiten, lässt sie für einige Aufgaben dennoch attraktiver erscheinen als lokale Anwendungen. In puncto Zusammenarbeit bietet kein Offline-Office vergleichbare Funktionen wie Google Text & Tabellen – hier besitzen Web-Anwendungen ein Alleinstellungsmerkmal. (akr)
Vorsicht im Umgang mit Webdiensten
Die Web-Anwendung ist überall präsent, wo ein Netzzugang besteht und hält auch die persönlichen Dokumente online vor. Das ist praktisch. Allerdings muss man sich überlegen, ob man den Anbietern von Webdiensten vertraut. Schließlich läuft der gesamte Datenverkehr über ihre Server. Anbieter wie Amazon, Google und SchülerVZ geraten in die Kritik, weil sie private Daten sammeln und auswerten. Adobe behielt sich beim Start von Photoshop Express in den Nutzungsbedingungen noch das Recht vor, Fotos zu verändern und weiterzuverkaufen. Nach negativem Echo von Datenschützern und Medien änderte der Anbieter die AGBs. Wer sich über die Absichten des Anbieters nicht im Klaren ist, sollte ihm nicht gerade private Fotos oder sensible Dokumente überlassen.






