Mit wenigen Klicks bringt man den plattformübergreifenden Internet-Musikserver Subsonic an den Start und greift über ein komfortables Web-Frontend oder von Android-Handys auf die private Musiksammlung zu.
Subsonic ist eine mit wenigen Klicks konfigurierbare Alternative zu dem Musik-Streaming-Server Sockso. Subsonic unterstützt praktisch alle gängigen Audiodateitypen, die sich über HTTP streamen lassen. Die Musik empfängt man per Winamp, iTunes oder einem anderen netzwerktauglichen Mediaplayer; alternativ kann man die Songs mit dem eingebetteten Flashplayer wiedergeben. Hierzu kann Subsonic die Lieder on the fly in MP3s umwandeln oder zwecks Bandbreitenersparnis MP3s in niedrigere Bitraten überführen – sofern die nötigen Encoder, etwa LAME, installiert sind. Für Windows hat der Programmierer ein Paket mit allem Nötigen geschnürt.
Getreu seinem Motto „Easy listening“ reicht es, Subsonic per Skript (subsonic.bat/.sh) zu starten. Zur Detailkonfiguration meldet man sich unter http://servername:8080/ beim Web-Frontend als Nutzer „admin“ mit selbigem Passwort an; der Port lässt sich in dem Startskript anpassen (SUBSONIC_PORT). Das Administrator-Passwort ändert man unter Einstellungen/Benutzer/“Benutzer wählen: admin“. Anschließend kann man neue Nutzerkonten konfigurieren (Benutzer wählen: Neuer Benutzer) und Musikverzeichnisse hinzuzufügen (Einstellungen/Musikordner). Leitet der Router den gewählten Port durch, steht dem Internet-Streaming nichts mehr im Wege. Das On-the-fly-Transcoding konfiguriert man unter Einstellungen/Transcoding; wer an den voreingestellten Parametern Änderungen vornehmen will, muss allerdings einiges Vorwissen mitbringen. Mit ein wenig Bastelei kann man Subsonic sogar überreden, Videos zu transkodieren und zu streamen – mehr dazu im Subsonic-Forum.
Wie bei Sockso kann man Alben oder Songs mit einem Klick abspielen, Playlisten hinzufügen oder in ein Zip-Archiv verpackt herunterladen; ebenso lassen sich Archive hochladen und automatisch der Sammlung hinzufügen. Darüber hinaus fungiert Subsonic auf Wunsch als Podcast-Empfänger und verwaltet Internet-TV/Radio-Stationen. Praktisch: Die gesammelten Podcasts lassen sich direkt über den Link: http://servername:port/podcast anspringen.
Nett ist die Möglichkeit, fehlerhafte Metainformationen über das Web-Frontend korrigieren zu können. Playlisten speichert und lädt Subsonic in den gängigen Formaten M3U, PLS uns XSPF. Abgespeicherte Playlisten tauchen in der Podcast-Rubrik auf. Die vom Programmierer angepriesenen integrierten Webdienste bereiteten einige Probleme: So klappte der Download von Coverart zwar von Discogs, aber nicht von Amazon (Funktion ist momentan deaktiviert). Auch das Anzeigen von Songtexten oder Last.fm-Abfragen scheiterten. Letztere resultierten in einer Fehlermeldung, weil Subsonic die Suchbegriffe samt URL-kodierten Anführungszeichen übertrug („%22“).
Wer ein Android-Handy besitzt, darf sich über ein besonderes Schmankerl freuen. Programmierer Sindre Mehus bietet über den Android Market eine Applikation an, über die man unterwegs bequem Musik aus der daheim gebliebenen Musiksammlung hören kann. Die Applikation lässt sich intuitiv und fix bedienen, zeigt Coverart, legt Playlisten auf dem Server an und speichert die gespielten Dateien auf Wunsch während der Wiedergabe auf dem Handy ab („Play + Save“). Die in Version 1.0 der Software vorhandene Option, Songs direkt vom Server herunterzuladen, fehlt in der aktuelle Fassung 1.1 indes – sie soll aber wieder eingebaut werden. Im Zuge dessen behebt Mehus hoffentlich auch einen Fehler, der dazu führt, dass bei dem Android-Programm einige Bandnamen ohne ersichtlichen Grund doppelt auftauchen.
Anders als der Server selbst ist die Android-Applikation nicht kostenlos. Wer sie länger als 30 Tage nutzen will, muss einen Obulus an den Programmierer entrichten, um einen Freischaltcode für den Server zu erhalten, der auch gleich die sonst eingeblendete Werbung aus dem Web-Frontend eliminiert.
Wer kein Android-Handy besitzt, kann über http://serveradresse:port/wap mit einem WAP-fähigen Gerät auf seine Musik zugreifen; ein Besonic-Forenmitglied programmiert nach eigenen Angaben derzeit eine App fürs iPhone.
Sieht man einmal von der teilweise noch nicht oder nicht mehr funktionierenden Webdienst-Integration ab, funktioniert Besonic zuverlässig und serviert die Musiksammlung übers Internet auf einer ansprechenden, intuitiv bedienbaren Bedienoberfläche. (vza)