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 Linux

xrdp 0.5.0

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Artikel aus c't 24/2006 zu xrdp 0.3.2

Mit xrdp lassen sich Linux-Rechner bequem via Remote Desktop Protocol (RDP) von Windows aus fernwarten oder als Terminal Server einsetzen.

Um die grafische Bedienoberfläche eines Linux-Systems per VNC, NX oder mit den Desktop-Freigaben von Gnome und KDE übers Netzwerk von Windows aus fernbedienen zu können, muss man in der Regel zusätzliche Software auf dem Windows-PC installieren. Praktischer wäre es, wenn man die „Remotedesktopverbindung“ aktueller Windows-Ausgaben dafür verwenden könnte. Bislang gab es mit Thinstuffs Touch RDP (ab 49 Euro) einen einzigen RDP-Server für das freie Betriebssystem. Die jüngst erschienene Version 0.3.2 des Open-Source-RDP-Servers xrdp unterstützt zwar nur das ältere RDP-Protokoll 4 (aktuell ist 5.2), leistet aber schon brauchbare Dienste. Es gilt allerdings einige kleine Konfigurationshürden zu überwinden. Wer xrdp 0.3.2 ausprobieren will, muss derzeit selbst zum Compiler greifen. Außer dem Quellcode benötigt man die Entwicklungsbibliotheken für SSL und PAM (bei Debian/Ubuntu: libssl-dev und libpam0g-dev).

Über das mitgelieferte Init-Skript xrdp_control.sh wird xrdp gestartet; den Window-Manager der Wahl konfiguriert man in dem Skript startwm.sh, zu finden im Unterverzeichnis sesman beziehungsweise nach der Installation im xrdp-Verzeichnis unter /usr/local oder /usr/lib (je nach Distribution).

Zu Beginn der RDP-Sitzung bietet xrdp dem Nutzer über einen Sessionmanager mehrere Sitzungstypen an (definiert in xrdp.ini), derzeit ist die voreingestellte „sesman“ die sinnvollste Wahl. Nach Eingabe von Benutzernamen und Passwort startet der Sessionmanager auf dem Linux-Rechner Xvnc als X-Server und übersetzt dessen Bildschirm-Updates in RDP-Pakete. Da Xvnc direkt - und nicht wie häufig üblich über das Skript vncserver - aufgerufen wird, scheitert der Verbindungsaufbau unter Debian/Ubuntu zunächst, weil Xvnc die Fonts im falschen Verzeichnis sucht. Mit dem Aufruf Xvnc :1 auf dem xrdp-Host findet man schnell heraus, wo der VNC-Server die Schriftarten vermutet; ein symbolischer Link auf das richtige Verzeichnis behebt das Problem. Danach bereitete der Verbindungaufbau bei unseren Experimenten keine Probleme, einzig beim Reconnect auf eine bestehende Sitzung blieb mitunter der Bildschirm schwarz; beim erneuten Versuch funktionierte es meist wieder. Selten kam es vor, dass die Session komplett hängen blieb. In diesem Fall half nur, sich per SSH einzuloggen und xrdp abzuschießen. Die Sitzungsvariante „sesman-Xrdp“ verwendet einen inzwischen in X11rdp umbenannten, speziell auf RDP angepassten X-Server (siehe Soft-Link). Er arbeitet bisher jedoch nur mit Xfree 4.5/4.6 und Xorg 6.8.2/6.9.0 zusammen. Das Selbstkompilieren von X11rdp ist mit recht großem Aufwand verbunden und nur geübten Benutzern anzuraten.

xrdp verschlüsselt die Verbindung vom Client zum Server mit mageren 40 Bit in RC4, eine bidirektionale Verschlüsselung oder gar die bei RDP möglichen 128 Bit fehlen noch. Wer auf seinem Linux-Rechner über das Internet RDP-Sitzungen abhalten will, sollte wenigstens die mitgelieferten RC4-Schlüssel ändern. Hilfestellung hierbei gibt xrdp-Programmierer Jay Sorg gerne per Mail.

Die Auflösung der RDP-Sitzung lässt sich im Client wunschgemäß einstellen, die Farbtiefe hingegen nicht: xrdp arbeitet stoisch mit 16 Bit, eine Testversion mit 24-Bit-Unterstützung existiert bisher nur auf dem Rechner des Programmierers - gleiches gilt für die Sound-Unterstützung, deren Fehlen aber zu verschmerzen ist. Ärgerlicher ist es da schon, dass xrdp 0.3.2 bisher nur mit US-Tastaturlayout arbeitet; für andere (unter anderem UK, FR und DE) muss man auf die CVS-Version von xrdp zurückgreifen.

Um mal eben vom Rechner des Kumpels auf die Linux-Box zuzugreifen, reicht xrdp zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon allemal; bessere Verschlüsselung und die Unterstützung des effizienteren RDP5-Protokolls wären allerdings wünschenswert. (vza)

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https://www.heise.de/userdb/sso?compatibility=1&forward=http%3A%2F%2Fwww.heise.de%2Fsoftware%2Fdownload%2Fxrdp%2F38492a
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