4k, 3D und Streaming
TVs auf der CES
Ulrike Kuhlmann
Im vergangenen Jahr waren es die organischen Displays, mit denen zwei TV-Hersteller auf der CES für Furore sorgten. Welche Rolle die OLEDs in diesem Jahr spielen, bleibt abzuwarten: Sowohl Samsung als auch LG haben offenbar Probleme, die organischen Leuchtschichten in fernsehtauglicher Größe gleichmäßig aufzubringen und abzudichten. In Mobilgeräten wird man OLED-Displays dagegen sehr wohl antreffen -- von Samsung offenbar auch in flexibler Ausführung als biegsamer beziehungsweise gebogener Schirm. Ob es sich bei dem mysteriösen Fernseher, den Samsung in einem eigenen Video bewirbt, ebenfalls um einen gebogenen Schirm handelt, ist nicht bekannt.
Bei den Fernsehgeräten setzen die Hersteller auf hohe Auflösung: 4K respektive Ultra HD ist das Gebot der Stunde. Sony und LG hatten bereits auf der IFA 2012 in Berlin solche hochauflösenden Fernsehdisplays in 84 Zoll Diagonale (2,13 m) vorgestellt. Die sollen allerdings für 20.000 Euro gehandelt werden, womit sie für die meisten Interessenten unbezahlbar sein dürften. LG, Samsung und Toshiba werden in Las Vegas deutlich kleinere 4K-Displays zeigen.
Toshiba hat bereits seit geraumer Zeit ein 55-zölliges 4K-TV (1,40 m Diagonale) im Programm, bewirbt es allerdings nicht weiter – stattdessen steht beim 55ZL2 das 3D ohne Brille im Vordergrund. Für die Wiedergabe mehrerer Ansichten braucht das Display möglichst viele Pixel und damit 4K-Auflösung. Allerdings kann der ZL2 nur 4K-Bilder wiedergeben, bewegte 4K-Inhalte nimmt er dagegen nur über Tricks und zusätzliche Hardware entgegen.
Die Inhalte sind ein großes Problem bei 4K: Abgesehen von Fotos gibt es im Prinzip keine Filme mit 3840 × 2160 Bildpunkten. Astra hat für 2013 einen 4K-Demokanal angekündigt und Sky ein Fußballbundesligaspiel in 4K aufgezeichnet, eine regelmäßige TV-Ausstrahlung in der Ultra-HD-Auflösung ist aber nicht in Sicht.
Außerdem lohnt sich die hohe Auflösung eigentlich nur für sehr große Schirme. So erkennt der normalsichtige Zuschauer beispielsweise an Toshibas 55-zölligem 4K-TV erst aus fast zwei Meter Abstand den Unterschied zum Full-HD-Fernseher. Beim 80-Zöller sieht man dagegen bereits aus gut drei Metern Betrachtungsabstand die Pixelstruktur beim Full-HD-Fernseher, während sie beim 4K-TV gleicher Größe noch nicht erkennbar ist. Kleines Problem: Für einen derart großen Bildschirm braucht man ein ziemlich großes Wohnzimmer …
Für die von LG anvisierten neuen Google-TVs braucht man dagegen nur eine Internetverbindung: Die Smart-TVs mit Android-Apps kommen mit einer erweiterten Magic Remote – die Wiimote-ähnliche Fernbedienung integriert nun eine Tatstatur auf der Rückseite und unterstützt per Spracherkennung die gezielte Suche im Internet und TV-Programm nach Filmen bestimmter Genres. Die Spot-Suche dürfte von Rovi stammen und künftig auch von anderen TV-Herstellern wie Toshiba genutzt werden. LG will zwei Serien von Google-TVs auf der CES zeigen, eine davon im rahmenlosen Cinema-Design. Unklar ist, wie weit man die Fähigkeiten – vor allem die Videofunktionen – der schicken Google-TVs auch hierzulande tatsächlich nutzen kann.
(uk)




