Tablets, so weit das Auge reicht – diese CES wird zeigen, dass die neue Gerätegattung im Massenmarkt angekommen ist. Aber auch 3D, Intels neue Sandy-Bridge-Prozessoren und die Verbindung von Fernseher und Internet gehören zu den Top-Themen der Messe.
2011 wird das Jahr der Tablets: Auf der CES werden sowohl namhafte wie auch bislang unbekannte Hersteller ihre Interpretation der immer noch neuen Geräteklasse vorstellen. Variationsmöglichkeiten gibt es schließlich unzählige: Displays von 5 bis 12 Zoll, x86- oder ARM-Prozessoren, Windows oder Android, ... Und vielleicht stellt ja auch Steve Ballmer auf seiner Keynote ein auf Tablets optimiertes Microsoft-Betriebssystem vor. Acer wollte dem CES-Tablet-Trubel entgehen und hat seine Geräte bereits Ende November angekündigt -- obwohl sie mangels Android 3.0 wie etliche andere CES-Neulinge wohl nicht vor April in den Handel kommen.
Für die klassischen Computer-Formate Desktop-PC und Notebook kommt ein Leistungsschub, denn Intel nutzt die CES, um die nächste Generation an Core-i-Prozessoren, die unter dem Codename Sandy Bridge entwickelt wurden, offiziell vorzustellen. Die Hochleistungs-CPUs werden anfangs aber nur in hochpreisigen Geräten mit schnellen Grafikchips der Serien GeForce 500(M) und Radeon HD 6000(M) stecken; der Massenmarkt muss vorerst weiterhin mit den bisherigen Core-i-Modellen vorlieb nehmen.
Eigentlich war in Las Vegas der breite Marktstart von Google TV geplant. Doch der Erfolg der ersten Geräte für das Fernsehbetriebssystem blieb hinter den Erwartungen der Entwickler zurück – nicht zuletzt, weil die großen US-Fernsehsender dem System die kalte Schulter zeigen. Nun will Google nachbessern; die neue Softwareversion steht aber wohl nicht vor Ende Februar bereit. Logitech soll nach Presseberichten weitere Bestellungen für seine bereits erhältliche Set-Top-Box beim Auftragsfertiger Gigabyte daher erst einmal storniert haben. Nach einem Bericht der New York Time wird daher nur noch Samsung auf der CES zwei Fernseher mit Google-TV-Funktion zeigen.
Besonders schwer treffen dürfte die Verzögerung Toshiba, die im Vergleich zum Mitbewerb beim Thema Internet am Fernseher bislang recht deutlich hinterherhinken und Google TV sicherlich gerne auf ihrer Highend-Fernseher-Reihe Cevo mit Cell-Prozessor präsentiert hätten. Deren Europastart war zuletzt auf Anfang 2011 verschoben worden. Weiterhin sollen LG und Sharp geplant haben, TV-Modelle mit dem Fernsehbetriebssystem auf der CES zu zeigen.
Im Zusammenhang mit Webdiensten am Fernsehen darf man auch gespannt sein, ob in diesem Jahr Audio/Video-Receiver auf der Messe zu sehen sein werden, die zugleich als Netzwerk-Switch dienen. Die digitale Multimedia-Schnittstelle HDMI kennt seit der 48lb215769.Version 1.494 einen (optionalen) Ethernet-Kanal. Wären alle A/V-Geräte mit den passenden Anschlüssen ausgestattet, müsste der Anwender somit nur noch den Receiver mit dem Internet verbinden. Sony hat seit kurzem bereits HDMI-Kabel mit Ethernet-Kanal im Sortiment, wollte sich im Vorfeld der CES aber nicht über mögliche Produkte äußern, die diese künftig nutzen.
Es gibt allerdings auch starke Argumente gegen den Einsatz von A/V-Receivern als Switches beziehungsweise Ethernet über HDMI. So sind mittlerweile immer mehr Internet-fähige Unterhaltungselektronikgeräte eh mit WLAN-Adaptern ausgestattet oder lassen sich entsprechend nachrüsten. Vor allem aber müssten die A/V-Receiver die IP-Daten auch im Standby weiterleiten, damit sich beispielsweise die Internetfunktion BD-Live bei Blu-ray-Playern auch nutzen lässt, wenn der A/V-Receiver nicht läuft. Der Stromverbrauch im Standby dürfte damit jedoch weiter ansteigen. Schon heute nehmen einige Receiver in diesem Modus rund 70 Watt auf, wenn sie nur das Videosignal über HDMI weiterleiten.
Von HDMIs Konkurrenten im IT-Bereich DisplayPort (DP) wird man auf der CES wohl auch einiges sehen, nachdem die ersten Grafikkarten mit DisplayPort 1.2 Marktreife erreicht haben, die über eine Leitung verschiedene Inhalte parallel an mehrere Displays ausgeben können. So ist es nun Zeit für passende Displays mit DP-Eingängen und -Ausgängen, die passend zu dieser Funktion eine Kette bilden können, und Hubs, die die Bilder an mehrere Monitor mit "altem" DP-Eingang verteilen.
3D gehört zu den wichtigsten Themen der CES 2011 – auch wenn inzwischen längst jeder Hersteller Raumbild-Fernseher auf dem Markt hat. Nun geht es um die Beseitigung der zahlreichen Ärgernisse: Zu dunkle 3D-Bilder, nervige Übersprecher, inkompatible und teure Brillen. Abhilfe zu letzterem Problem wird es wohl definitiv geben: Man munkelt, dass einige Unternehmen 3D-Fernseher zeigen wollen, die statt aufwendiger Shutterbrillen preisgünstige Polfilterfolien nutzen. Entsprechende Brillen kosten nur ein paar Euro. Bisherige Polfilterdisplays verwenden allerdings Streifenmasken, bei denen prinzipbedingt die Hälfte der Auflösung verloren geht: Werden konventionelle Full-HD-Panels mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln verbaut, bleiben im 3D-Betrieb nur 1920 × 540 Bildpunkte übrig. Man darf gespannt sein, wie die Hersteller dieses Problem lösen wollen.
Auch Projektoren bieten zunehmend räumliche Bilder. Wer allerdings Wert auf volle HD-Auflösung legt, muss tief in die Tasche greifen. Bislang sind lediglich Full-HD-3D-Beamer mit LCoS-Technik erhältlich. Kostenpunkt: Mindestens 5000 Euro. Die günstigere DLP-Spiegeltechnik eignet sich zwar ebenfalls für 3D, Geräte mit einer höheren Auflösung als 720p gibt es aber noch nicht zu kaufen. Zumindest Ankündigungen entsprechender Projektoren sind zu CES zu erwarten.
Nach wie vor im Trend liegen LED-Projektoren, die statt Hochdrucklampen langlebige Leuchtdioden als Lichtquelle einsetzen. Besonders die hosentaschentauglichen "Picobeamer" haben sich im letzten Jahr prächtig verkauft, und das, obwohl die Mini-Lichtwerfer noch keine sonderlich praxistaugliche Leuchtstärke bieten. Zur CES werden hellere Modelle erwartet.
(ll)
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