Mobilmesse CES
Notebooks, Tablets und Smartphones
Lutz Labs
Zwar streicht die CES die Unterhaltungselektronik aus ihrem Namen, unterhaltsame Gadgets für die Endverbraucher gibt es dennoch zuhauf. Dazu gehören vor allem Mobilgeräte.
Smartphones gehören zu den Gewinnern im Kampf um die Gunst der Verbraucher. Viele Hersteller werden ihre Neuheiten zwar erst auf dem Mobile World Congress Ende Februar präsentieren, dennoch dürften sich ein paar Trends zeigen. Dazu gehört vor allem die Full-HD-Auflösung auf Displays ab 5 Zoll Diagonale. Diesmal sind die chinesischen Hersteller vorne mit dabei: So wird ZTE voraussichtlich sein Grand S vorstellen, Huawei das Ascend D2 und das 6-Zoll-Modell Mate mit 1,8-GHz-Quad-Core-Prozessor.
Mit 3 GByte RAM soll Gerüchten zufolge das neue Spitzenmodell von Sony, das Yuga, ausgestattet sein, das wohl unter dem Namen Xperia Z auf den Markt kommen wird. Der Prozessor stammt angeblich von Samsung. LG bringt eventuell ein Optimus G2 mit, ein Smartphone mit 5,5-Zoll-Display und 2-GHz-Prozessor. Von Pantech kommt ebenfalls ein Full-HD-Bolide, das Vega IM-A860. In Europa sind die Geräte von Pantech bislang nicht erhältlich.
Samsung soll die Produktion der AMOLED-Displays mit Full-HD-Auflösung in den Griff bekommen haben, zur CES verprechen die Koreaner eine große Neuvorstellung – ob es sich dabei um ein Smartphone handelt, ist noch unklar. Ebenfalls mit Full-HD, aber auf "nur" 4,7 Zoll, soll das HTC M7 kommen. Es ist mit 2 GByte RAM und 13-Megapixel-Kamera sowie LTE ausgestattet.
Die bislang genannten Modelle laufen alle unter Android, doch auch Windows Phones wird man sehen können: Huawei stellt das 4-Zoll-Modell Ascend W1 vor, HTC bringt eventuell das mit einem Quad-Core-Prozessor ausgestattete 4,7-Zoll-Display Titan 3 mit. Welche Geräte auch den Weg nach Europa finden, wird man endgültig wohl erst Ende Februar erfahren.
Durchblick
Entwickler sollten Googles Datenbrille Anfang dieses Jahres bekommen, wann sie allerdings in den Handel kommt, steht in den Sternen. Andere könnten schneller sein: Vuzix, ein Hersteller von Video-Brillen, will seine Smart Glass M100 auf der CES präsentieren. Die Brille läuft ebenfalls unter Android und erinnert an ein fettes Bluetooth-Headset mit Bügel, der allerdings kein Mikro hält, sondern ein Display in Augenhöhe. Das Display soll eine Auflösung von 400 × 240 Pixel haben und so wirken, als ob ein 4 Zoll großes Display im Abstand von gut 35 Zentimetern vorm Auge schweben würde.
Die übrige Hardware (Zweikern-CPU mit 1 GHz, 1 GByte RAM, 4 GByte Flash) könnte auch in einem aktuellen Smartphone stecken – wobei der Vuzix-Brille gerade das wichtigste Smartphone-Modul fehlt: der Mobilfunk. Die Kommunikation mit der Außenwelt erfolgt nur über Bluetooth, WLAN und USB.
Notebooks & Tablets
Auch das Jahr 2013 steht im Zeichen der Tablets: Als neue Klasse kommen leistungsstarke Windows-Tablets mit Core-i-Prozessor statt Atom- oder ARM-Chip. Einige davon wie Microsofts Surface Pro oder Acers Iconia W700 wurden schon vorgestellt, sind aber bislang nicht erhältlich – sie werden in Las Vegas erneut zu sehen sein. Für einen Schwung neuer Modelle dürften Intels besonders stromsparende 7-Watt-Versionen der aktuellen Ivy-Bridge-Generation (Core i-3000) sorgen. Im ein oder anderen Prototyp könnte sogar bereits die SoC-Variante der vierten Core-i-Generation Haswell stecken, doch vor dem dritten Quartal werden diese Geräte nicht im Handel stehen.
Die ersten Chips der Haswell-Familie werden der Gerüchteküche nach zwar schon im zweiten Quartal offiziell vorgestellt, sind aber besonders potente Vierkern-Prozessoren für Multimedia-Desktop-PCs und Gaming-Notebooks. Letztere könnte man schon im Produkt-LineUp des ein oder anderen Herstellers auf der CES sehen. Zudem wird Intel weiter die Ultrabook-Werbetrommel rühren – die Welle von Hybriden zwischen Notebook und Tablet ist ja gerade erst gestartet (siehe auch c't 2/12, S. 66).
Das Android-Lager drückt derweil die Preise weiter nach unten. Asus könnte nach dem Erfolg seines 200-Euro-Tablets Nexus 7 ein noch günstigeres Modell vorstellen, vielleicht sogar ein 100-Euro-Tablet, vielleicht wieder zusammen mit Google – vielleicht ist aber auch der Wunsch der Android-Fans der Vater dieses Gerüchts. Konkurrent Acer hat jedenfalls ein 150-Euro-Tablet in Aussicht gestellt. Beide Geräte haben, falls sie tatsächlich kommen, ein 7-Zoll-Display und Android 4.1 oder 4.2.
Spekuliert wird auch darüber, ob Nvidia den Nachfolger seines erfolgreichen Tablet-Chips Tegra 3 vorstellt. Der Tegra 4 hat angeblich ebenfalls fünf CPU-Kerne, aber erstmals in Cortex-A15-Architektur. Damit würde Nvidia mit seinem Konkurrenten Samsung gleichziehen. Vielleicht gibt es auf der CES schon ein Tablet mit dem Tegra 4 zu sehen, aber bis zum Verkaufsstart selbst dürfte es noch einige Zeit dauern.
E-Books
Amazon, Sony, Kobo und Bookeen haben ihre neuen E-Book-Reader bereits im Bücherherbst präsentiert und auf den Markt gebracht, einige kleinere Hersteller könnten zur CES nachziehen. Im Trend sind E-Ink-Reader mit hochauflösenden Displays, einer zusätzlichen LED-Beleuchtung und kapazitiven Touchscreens. Langsam kommt auch Farbe bei den dedizierten Lesegeräten an: Ectaco und Pocketbook haben für dieses Jahr Reader mit farbigen E-Reader-Displays angekündigt, weitere Hersteller könnten auf der CES folgen.
Kameras
Der Bereich Digital Imaging/Photography ist inzwischen fester Bestandteil der CES. Es wird erwartet, dass alle wichtigen Kamerahersteller wie Canon, Nikon, Sony, Olympus oder Panasonic dort vertreten sind. Neuvorstellungen wird es hauptsächlich in der Klasse der Kompakten geben. Hier zeichnet sich ein Trend hin zu Funktionen rund um die Nahbereichskommunikation ab, wie man sie von Smatphones her kennt. Desweiteren wird es die eine oder andere Neuvorstellung im Bereich Systemkameras geben, die eine zunehmende Bedeutung im Kameramarkt einnehmen.
(ll)




