Unterkünfte in der Spielerstadt
Die Zimmerpreise ziehen wieder an
Über Jahre hinweg hatten Besucher der Consumer Electronics Show (heute offiziell nur noch "CES") praktisch nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie nächtigten in recht heruntergekommenen Hotels (meist Downtown und damit weit abseits des Las Vegas Boulevard alias "The Strip") oder sie griffen für ein Zimmer tief in die Tasche. So verlangten einige Herbergen das Fünffache des gewöhnlichen Übernachtungspreises. Die Lage verschärfte sich noch einmal drastisch, als vor einigen Jahren viele der klassischen Hotels wie das "Stardust" und das "Frontier" abgerissen wurden und der Bau neuer Häuser danach durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise verzögert wurde.
Mittlerweile hat sich die Situation allerdings deutlich entspannt. Ein Grund dafür ist, dass durch den neuen "City Center"-Komplex nun eine Reihe neuer Hotels zu Verfügung stehen. Aber auch andere Maßnahmen zeigten Wirkung: So sorgt eine leichte Verschiebung des Messestarts nun dafür, dass die Silvestergäste bereits angereist sind, bevor die ersten CES-Besucher eintreffen. Zudem wurde die Pornomesse "Adult Entertainment Expo" (AEE), die in der Vergangenheit parallel zur CES stattfand, nach hinten verschoben. Viele AEE-Teilnehmer treffen daher erst in Las Vegas ein, wenn die CES-Besucher wieder verschwunden sind.
Auch wenn sich die Hotelpreise mittlerweile wieder auf ein vernünftiges Maß eingependelt haben, lohnt sich weiterhin, die Preise zu vergleichen. Frühbucher können weiterhin von Sondertarifen profitieren, die der Messeveranstalter CEA (Consumer Electonics Association) in jedem Jahr mit den Hotelbetreibern aushandelt und über seine Website www.cesweb.org verfügbar macht. Allerdings ist das Kontingent begrenzt; vor allem Zimmer in Hotels nahe dem Las Vegas Convention Center (LVCC) sind schnell weg.
In der jüngeren Vergangenheit haben einige Hotels in Las Vegas eine sogenannte "Resort Fee" eingeführt, die zwischen 5 und 20 US-Dollar pro Tag liegt. In einigen Häusern ist diese Gebühr optional, in anderen wird sie automatisch erhoben. Die Gegenleistungen schwanken recht stark, typisch sind eine Tageszeitung und kostenlose Ortsgespräche. Auch ein uneingeschränkter Internetzugang während des Aufenthalts ist mittlerweile die Norm, bei einigen Hotels kann man zudem das hauseigene Fitness-Studio nutzen. Wer die Wahl hat, sollte sich überlegen, ob er die enthaltenen Leistungen auch tatsächlich nutzt.
Auch wer zur CES 2013 ein günstiges Zimmer erwischt, kann in seinem Hotel ohne den Gang ins Casino eine Menge Geld lassen, wenn er nach einer anstrengenden und langen Anreise der Versuchung nachgibt, "mal eben schnell" vom Telefon im Hotelzimmer Freunde oder Familienangehörige in der Heimat anzurufen. So zahlte der Autor einst für drei kurze Gespräche nach Deutschland mit einer Gesamtdauer von weit unter 15 Minuten Lehrgeld in Höhe von satten 105 US-Dollar. Da ist es besser, sich vor dem Telefonat über die Kosten zu informieren oder sich eine Telefonkarte aus einem der diversen Automaten in den Lobbys der Hotels zu ziehen, mit denen man je nach Anbieter für 10 US-Dollar zwischen 30 und 60 Minuten nach Europa telefonieren kann. Um diese zu nutzen, ruft man eine 1-800-Nummer an, was vom Telefon im Hotelzimmer allerdings in der Regel mit einem US-Dollar pro Anruf berechnet wird. (nij)




