Nachdem deutsche Behörden ihre Digitalfunkgeräte bislang mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben, wurde nun ein erstes Modell zertifiziert – ein für verdeckte Ermittlungen konstruierter Mini-Funker von Motorola Solutions.
Der nicht zu Google gehörige Teil des Mobilfunk-Pioniers steigerte im zweiten Quartal seinen Umsatz im Bereich "Government" gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich auf 1,5 Milliarden US-Dollar.
Der BOS-Funk auf Tetra-Basis ließ nicht nur auf sich warten, sondern auch die Kassen bei den Ausrüstern klingeln. Von den für zehn Jahre geplanten 3,5 Milliarden Euro wurde laut Bundesregierung schon über ein Drittel ausgegeben.
Mit stattlicher Verzögerung geht der digitale Behördenfunk in Nordrhein-Westfalen in den Testbetrieb. Auch in abgespeckter Form ist das Projekt noch anspruchsvoll genug.
Das bundesweite TEGRA-Netz nimmt Formen an, gut die Hälfte der Basisstationen sind bereits installiert. Anfang 2012 soll in Ballungszentren in NRW der Testbetrieb anlaufen.
Während Deutschland mit Schweden bereits die erweiterte grenzübergreifende Kommunikation von TETRA-Funknetzen testet, sieht es bei der Kommunikation mit anderen Nachbarländern etwas anders aus.
Die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation soll von der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation abgelöst werden. Dieser Trend, der auf dem TETRA World Congress in Singapur deutlich wurde, findet nicht überall Zustimmung.
Beim Test, dem die Europäische Union im Schengen-Zeitalter große Bedeutung zumisst, sollen neben dem Roaming von Funkgeräten erweiterte TETRA-Fähigkeiten wie der Gruppen-Rundruf, das SMS-Äquivalent SDS und das Zusammenschalten der nationalen Leitstellen erprobt werden.
TETRA-Funksysteme sind mit den entsprechenden Notstromaggregaten darauf ausgelegt, auch dort für Kommunikation zu sorgen, wo Naturkatastrophen oder Kriege die Infrastruktur zerstört haben. Die Behördenfunksysteme öffnen sich zunehmend auch dem Datenverkehr.
Das Unternehmen wird insgesamt 53.000 Digitalfunk-Endgeräte nach dem TETRA-Standard für die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und das Technische Hilfswerk liefern. Der Rahmenvertrag hat eine Laufzeit von 3 Jahren und ein Volumen von rund 25 Millionen Euro.
Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt unterzeichnet. Die Kosten allein für das vom Bund getragene Rumpfnetz sollen 3,5 Milliarden Euro in den nächsten 10 Jahren betragen. Hinzu kommen die Kosten der einzelnen Bundesländer für den Netzaufbau, die Leitstellen und die Ausrüstung mit Funkgeräten.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die Freigabe der Mittel verschoben, die zur Aufnahme des Regelbetriebs des digitalen Behördenfunks benötigt werden.
T-Systems und die Landesregierung Rheinland Pfalz haben am Freitag den Vertrag für das digitale Behördenfunknetz Rheinland Pfalz unterzeichnet. Die Telekom-Tochter verbindet demnach die Basisfunkstationen des Funknetzes und schließt das System an das rlp-Netz an, über das unter anderem die 130 Polizeistationen des Landes verbunden sind.
Der deutsch-französische Rüstungskonzern soll für die Universiade 2011 die chinesische Region Shenzen mit einem TETRA-Netzwerk ausrüsten. Auch aus Kanada erhielt das Unternehmen einen Großauftrag.
Der Aufbau des deutschen Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben geht voran. Die TETRA-Anbieter freuen sich unterdessen über Aufträge.
Die Einführung des digitalen Behördenfunks verzögert sich nicht nur bis zum Jahr 2012, sie wird auch erheblich mehr kosten als ursprünglich veranschlagt.
Die Anzeigepflicht für Funkanlagen wird nicht für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gelten. Weil es sich um ein "Hochsicherheitsnetz" handele, sollen Details zu Basistationen als "VS-geheim" eingestuft werden.
Ursprünglich sollte der moderne Polizeifunk bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zur Verfügung stehen. Die Einführung des BOS-Funks, bei der die Terminplanung bereits mehrmals über den Haufen geworfen wurde, verzögert sich nun erneut.
Der Stadtstaat Bremen ist das erste deutsche Bundesland, in dem der BOS-Funk von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten vollständig digitalisiert sein wird.
Im Zuge des von den Bundesländern zu leistenden Aufbaus des neuen Behördenfunksystems müssen je nach Topografie der Länder zusätzlichen Sendemasten mit 30 Metern Höhe errichtet werden, was mancherorts von Bürgerinitiativen kritisiert wird.
Das ZDF-Magazin Frontal 21 stellte das im Aufbau begriffenen digitale Funksystem für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) als bereits veraltet dar. Anlass: Die niedrige Datenübertragungsrate im Standard-TETRA-System.
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