Der Fukushima-Zwischenbericht hat schwere Schlampereien ans Licht gebracht. Was bedeutet das für die Kernkraft in anderen Ländern?
Drei Monate ist es erst her, dass eine Doppelkatastrophe Japan traf, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Und doch: Die unerbittlichen Gesetze der Medienwelt haben dafür gesorgt, dass Fukushima und die Folgen in den Archiven abgelegt wurden.
Die Aufräumarbeiten im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gehen weiterhin nur langsam voran. Die Lage an den beschädigten Reaktorblöcken selbst bleibt unterdessen - vorerst - stabil.
Auch nach der Katastrophe von Fukushima hat Frankreich eisenhart an der Atomkraft festgehalten. Doch das könnte sich nun ändern.
Die EU hat für japanische Lebensmittelimporte höhere Strahlungsgrenzwerte beschlossen, als sie für die Auswirkungen von Tschernobyl – und in Japan selbst – gelten. Diese bereits 1987 beschlossenen Werte werden als verschärfte Sicherheitsmaßnahme verkauft und der Bevölkerung mal wieder nicht erklärt.
Spaltprodukte aus dem AKW Fukushima I finden sich inzwischen in aller Welt und erlauben Forschern neue Einblicke in den GAU in Fernost. Die ersten Erkenntnisse dürften vor allem für die US-Nuklearindustrie folgen haben.
TR-Autor Martin Kölling berichtet direkt aus Japan: Atomingenieure in Tsuruga, der Stadt mit der höchsten Reaktorendichte der Welt, gruseln sich vor dem GAU in Fukushima.
Seit dem GAU in Fukushima wird in Deutschland taktiert, bezichtigt, gewendet, demonstriert, beschönigt. Um die Sicherheit der Kernenergie geht es dabei nur an der Oberfäche.
Texte zur aktuellen Lage in Fukushima I, zur Atomkraft in Japan, zur politischen Debatte um Atomkraft, neue Reaktor-Konzepte, zur alten Frage nach der Sicherheit von AKWs, zur militärischen Nutzung von Reaktoren und zum Entsorgungsproblem.
Das ganze hektische Gewusel scheint eine eher seltsame Eigendynamik zu entfalten: Wer nicht ständig neue Katastrophen nachlegt, gerät schnell in den Verdacht, zu verharmlosen.
Befürworter der Kernenergie sprechen gerne von "Wahrscheinlichkeit" und "Beherrschbarkeit". Nach Fukushima klingen diese Begriffe etwas verwegen.
Vieles spricht dafür, dass sich in den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 im Kernkraftwerk Fukushima I eine teilweise Kernschmelze gebildet hat. Der Stand und Verlauf der Katastrophe schält sich aber nur langsam aus dem Informationspuzzle heraus. Der Artikel und die Chronologie der Ereignisse werden deshalb laufend aktualisiert und ergänzt. Letztes Update: 21.4.2011.
Die norddeutschen AKW Brunsbüttel und Krümmel sind zuletzt heftig in die Kritik geraten. Was würde eigentlich im unwahrscheinlichen Fall eines GAU passieren? Hier ist ein fiktives Szenario, dass Experten durchaus für plausibel halten.
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