Die EU-Kommission hat einen ersten Fahrplan zur Novellierung der umstrittenen Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern veröffentlicht, wonach sie etwa Provider stärker in die Pflicht nehmen will.
Der Online-Musikkauf boomt und überflügelt mancherorts sogar den klassischen CD-Verkauf. Und so beginnt die Musikindustrie auf ihrer weltgrößten Messe, das Internet zu lieben, statt es nur als Piratenpfuhl zu verdammen.
Fünf große Plattenlabels begründen eine Zivilklage gegen den irischen Staat damit, dass die Regierung EU-Vorgaben zum Urheberrechtsschutz nicht umsetze und keine Netzsperren ermögliche.
Musikindustrie und Politik wiederholen die bekannten Plädoyers für ein härteres Vorgehen gegen "Raubkopierer". In das Mantra mischen sich allerdings auch leisere Töne.
Viele Beobachter werten den Beschluss des Europäischen Gerichtshofs gegen ein zentrales Sperrsystem als Meilenstein für ein offenes und neutrales Internet. Ein Kölner Rechtsprofessor sieht die Provider dagegen in der Pflicht.
Auf einer neuen Website wollen Bürgerrechtler Gesetzesvorhaben dokumentieren, bei denen Internet Service Provider und andere Intermediäre beim Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen helfen sollen.
22 Millionen Hinweise von Rechteinhabern, 650.000 erste und 44.000 zweite Warnungen wegen mutmaßlichen Urheberrechtsverstößen: Das ist die erste Bilanz der umstrittenen französischen Hadopi-Behörde. Für 60 Internetnutzer wird es jetzt ernst.
Siegfried Kauder, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestags, will in Kürze einen Gesetzentwurf für ein System der abgestuften Erwiderung auf Urheberrechtsverstöße gemäß dem "Three Strikes"-Modell" vorlegen.
Musikindustrie, Filmbranche und der Buchhandel legen eine neue Studie über das Downloadverhalten deutscher Internetnutzter vor und fordern einmal mehr eine Verschärfung des Urheberrechts.
Die Bundesregierung hat in der Konsultation der EU-Kommission über die Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum ein "Three-Strikes"-System und eine präventive Inhaltekontrolle vehement abgelehnt.
"Digitale Gesellschaft" macht auf ein weitgehend unbemerkt gebliebenes Dokument aufmerksam, in dem eine schärfere Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen und Vorratsdatenspeicherung zur "Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums" gefordert wird.
Der Verband "Communia" will sich in Brüssel für eine digitale Allmende einsetzen, ein umfassendes Angebot nicht oder nicht mehr urheberrechtlich geschützter Inhalte.
RIAA-Präsident Gary Sherman meinte auf einer Konferenz, im Kampf gegen Piraterie seien weitere Gesetze nicht nötig. Doch er befürwortet auch ein in den USA umstrittenes Gesetzesvorhaben.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat eine Studie ausgeschrieben, die "Modelle zur Versendung von Warnhinweisen durch Internet-Zugangsanbieter an Nutzer bei Urheberrechtsverletzungen" vergleichen soll.
Die Hadopi wurde mit dem "Gesetz zur Verbreitung und zum Schutz kreativer Inhalte im Internet" etabliert, mit dem in Frankreich wiederholte Copyright-Verstöße geahndet werden. Nun feiert sie ihre Aktivitäten auf Basis einer Umfrage als Erfolg.
Nach der Weigerung des Providers Free hat die französische Regierung ein Bußgeld angeordnet, sollten Zugangsanbieter bei dem Three-Strikes-Verfahren gegen mutmaßliche Urheberrechtsverletzungen nicht mit der zuständigen Behörde kooperieren.
Der irische High Court hat eine Klage von vier großen Plattenlabels zurückgewiesen, mit der diese den Kabelnetzbetreiber zum Sperren von Internetzugängen und zum Blockieren von Webseiten zwingen wollten.
Die Abgeordneten entscheiden am Mittwoch über einen Bericht zur "besseren Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte im Binnenmarkt". In der abschließenden Aussprache im Plenum hagelte es Kritik von vielen Seiten.
Die französische Aufsichtsbehörde Hadopi hat Anforderungen an eine "Sicherheitssoftware" aufgestellt, mit der die Nutzer beim Verdacht auf Urheberrechtsverletzungen ihre Unschuld beweisen können sollen.
BT und TalkTalk haben im Streit um das "Digital Economy Bill" den High Court angerufen. Sie meinen, das damit verknüpfte System der abgestuften Erwiderung auf Copyright-Verstöße vom Parlament sei nicht ausreichend geprüft worden.
Die Ofcom will bis Ende August einen Verhaltenskodex ausarbeiten für die Aussendung von Warnhinweisen durch Provider bei wiederholten Urheberrechtsverstößen. Bürgerrechtler kritisieren die Eile und sehen viele Fragen offen.
Sechs Vertreter von Verbänden der Unterhaltungs- und Kulturindustrie sowie der Gewerkschaft ver.di riefen am "Welttag des geistigen Eigentums" nach dem Gesetzgeber, um einen besseren Schutz kreativer Werke im Internet zu erreichen.
Internetnutzer, denen Copyright-Verletzungen vorgeworfen werden, sollen erst vom Internet getrennt werden können, wenn ihr Einspruch angehört wurde. Eine entsprechende Ergänzung des geplanten "Digital Economy Bill" plant laut einem Zeitungsbericht die britische Regierung.
Die Lords haben den Regierungsentwurf für das umkämpfte "Digital Economy Bill" ohne weitere große Änderungen verabschiedet. Das Vorhaben, das ein System der "abgestuften Erwiderung" umfasst, soll nun rasch durchs Unterhaus.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat sich angesichts der Verhandlungen über das umstrittene Anti-Piraterie-Abkommen ACTA gegenNetzsperren als Sanktion für Urheberrechtsverletzungen ausgesprochen.
Bei der Beratung einer interfraktionellen Resolution zum geplanten internationalen Abkommen gegen Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen forderten Abgeordnete die Veröffentlichung des Vertragstexts und plädierten gegen Internet-Sperren ("Three Strikes").
Das Oberhaus hat sich gegen eine Klausel ausgesprochen, mit der Regierungsmitglieder das Copyright auf dem Verordnungsweg hätten ändern können. Im Gegenzug sollen Websperren neu geregelt werden.
Deutschland vollzieht einen Kurswechsel und schließt sich den 13 EU-Mitgliedsstaaten an, die als "Friends of Transparency" für mehr Offenheit in den Verhandlungen über das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA eintreten.
Der gemeinsame Ausschuss für Menschenrechte von Ober- und Unterhaus hat in einem Bericht umfangreiche Nachbesserungen am Regierungsentwurf für ein "Digital Economy Bill" gefordert.
Vom heutigen Neujahrstag an gilt in Frankreich das lange umkämpfte "Gesetz zur Verbreitung und zum Schutz kreativer Inhalte im Internet", mit dem wiederholte Urheberrechtsverstöße mit der "digitalen Guillotine" geahndet werden können.