Desertec-Wüstenstromprojekt
Beginn eines neuen Energieimperialismus oder Impulsgeber?
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Bild: desertec foundation |
Die bisherigen hochfliegenden Planungen sehen vor, dass Desertec zukünftig 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken soll. Das Projekt stößt aber auch auf Kritik, da es dem Leitbild einer Entwicklung hin zu einer mehr dezentralen und verbrauchsnahen Energieversorgung aus erneuerbaren Energieträgern entgegensteht. Es wird befürchtet, dass neue Abhängigkeiten geschaffen werden, ähnlich wie heute schon bei Öl und Gas. Und zwar nicht nur von neuen Lieferländern, sondern vor allem auch von wenigen dominierenden Großunternehmen.
Matthias Willenbacher von juwi solar geht davon aus, dass der Transport über weite Strecken zudem die Energie zusätzlich verteuern wird: "Ich halte nichts davon, Strom über weite Strecken zu transportieren, um bei uns eine angebliche Stromlücke zu schließen ... Wir begeben uns damit erneut in die Abhängigkeit der großen Energiekonzerne. Die Konzerne können ihr Monopol festigen, der Strom muss über weite Strecken transportiert werden - beides macht den Strom teuer."
Ob das Gesamtprojekt Desertec letztlich wie geplant realisiert wird, ist noch nicht ausgemacht. Möglicherweise scheitert es auch an reinem Gigantismus, schließlich werden die Baukosten auf mindestens 400 Mrd. Euro geschätzt. Allerdings könnte Desertec auch über seine Teilprojekte Impulse zu einem Umstieg auf erneuerbare Energien in den südlichen Mittelmeerländern geben. Marokko kündigte bereits eine eigene nationale Initiative für regenerativ betriebene Kraftwerke an.
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