Serbische Attacke auf albanische Online-Zeitung

Florian Rötzer 14.10.1998

Ein Schweizer Provider wurde erpreßt

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Wie der Tages-Anzeiger vom 14.10. berichtet, wurde letzte Woche die Online-Ausgabe der Zeitung "Zeri i Kosoves" (Stimme aus dem Kosovo), die als Organ der albanischen Volksbewegung gilt und der UCK nahesteht, von einem Hacker verändert. Zu finden war auf der Homepage das serbische Wappen mit dem Text: "Dieses Wappen wird auf eurer Fahne sein, solange es euch Brüder von Kosovo-Albanern noch gibt." Zusätzlich wurde noch eingefügt: "Willkommen auf der Website dergrößten Lügner und Mörder der Welt."

Nach Rückfrage des albanischen Chefredakteurs beim dem Schweizer Provider echo.ch, bei dem die Internetausgabe von www.zik.com erschien, stellte sich heraus, daß der Angriff von außen erfolgt ist. Durch eine stärkere Überwachung der Zugänge zu den Rechnern entdeckte man, daß jemand ohne Zugangsberechtigung aktiv war und verfolgte die Spur nach Polen zurück. Der Hacker habe sich dann als jugoslawischer Student bezeichnet und forderte, daß der Provider ZiK sofort vom Netz nehmen soll, ansonsten werde er dessen Computer zerstören. Angeblich löste er bei einem PC einen Festplattencrash aus: "Unter diesen Umständen", so Bruno Jehle von echo.ch, "gaben wir nach. Einen völligen Zusammenbruch unserer Infrastruktur konnten wir unseren Kunden gegenüber nicht riskieren." Vorläufig habe man daher ZiK vom Internet genommen und eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Schweizer Bundespolizei vermutet, daß die Attacke möglicherweise von einer staatlichen Organisation ausgegangen ist. Die Internet-Adresse des Angreifers enthielt die Worte crna ruka (Schwarze Hand), eine serbische Organisation, die dem Geheimdienst nahestehen soll.

Siehe auch: Serbien im Medienkrieg

http://www.heise.de/tp/artikel/1/1591/1.html
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