Jenseits von Bush und Böse

31.10.2001

The WTC Conspiracy XVIII

"Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist auch eine große Wahrheit", hat der Quantenpyhsiker Nils Bohr einmal über das Beobachtungsparadox von Teilchen und Welle gesagt. Diese Kunst der nicht-dualistischen Wahrheitsfindung gilt es auch bei der Beobachtung des WTC-Falls anzuwenden. Zivilisation vs. Barbarei, "Freiheit" vs. "Terror", Kreuzzug vs. Jihad, New World Order vs. Gottesstaat, Ölgeschäft vs. Kyoto-Protokoll, CIA vs. Al Quaida, gepamperter, millionenschwerer Öl-Erbe vs. gepamperter , millionenschwerer Öl-Erbe: nicht nur eines, alle dieser bi-polaren Einflussfelder spielen eine Rolle in den aktuellen Erschütterungen. Ihre genauen Anteile können im Nebel des Kriegs, in Zeiten der Nachrichtensperre und der psychologischen Kriegsführung nur schwer identifiziert werden - aber Muster, Strukturen, Parallelen sind erkennbar.

Um das Jahr 70 v.u.Z. fasste ein ehrgeiziger Senator der römischen Republik, Marcus Crassus, den Entschluss, die Regierung zu übernehmen. Crassus gilt als der Erfinder der Feuerwehr und verdankte sein Vermögen als größter privater Grundbesitzer Roms seiner speziellen Auslegung dieses Berufsstands: Er eilte mit seinen Löschtrupps zu brennenden Gebäuden und machte ein Angebot, das Haus zu einem Bruchteil des Werts zu kaufen. Willigte der Besitzer ein, wurde gelöscht, verweigerte er den Verkauf, zogen die Feuerwehrsklaven wieder ab.

Ähnlich galant wie bei der Ausweitung seines Business ging Crassus bei der Aufweichung der republikanisch eng begrenzten Machtbefugnisse des Senats vor, doch dazu brauchte er einen passenden Brandstifter. Kurz zuvor waren die Sklavenaufstände niedergeschlagen worden und ihr Anführer Spartacus hatte mit seinen Leuten eine Kaufmannsflotte angeheuert, um in die Freiheit zu segeln. Crassus ließ die Flotte bestechen, ohne ihn abzufahren und platzierte zwei römische Garnisonen so, dass Spartakus zu einem Rückweg Richtung Rom gezwungen wurde. Mit der Nachricht, dass die gefürchteten Gladiatoren wieder im Anmarsch seien und Terror drohe, wurde Crassus umgehend zum "Praetor" ernannt. Er ließ Spartakus und seine Truppe niedermachen und wurde darauf zum Konsul gewählt. Damit war das Ende der demokratischen Republik gekommen, nach einem Übergangs-Triumvirat herrschten in Rom fortan mit diktatorischen Befugnissen ausgestattete gottgleiche Kaiser. Von Gnaden des Immobilienlöwen Crassus wurde als erster Julius Caesar installiert ...

Nicht nur der Film "Wag The Dog", auch diese antike Geschichte scheint auf das aktuelle amerikanische Imperium zu passen. Da ist das Ende der kommunistischen "Sklavenaufstände", ein im Verschwinden begriffener Feind. Da ist ein ehrgeiziger Senator, der sich mit Hilfe seiner reichen Familie ins Präsidentenamt gemogelt hat (Hätte Al Gore doch die Präsidentschaftswahl gewonnen?) und den Nimbus von gekaufter Wahl dringend abstreifen muss. Da sind die Geschäftsvebindungen des Vaters zu islamistischen Milliardären1 und ihren "Gladiatoren", die einst im Auftrag des Imperiums kämpften, die es aber jetzt hassen, weil die "Römer" Saudi-Arabien besetzt haben.

Wenn man diese Kämpfer nun in eine Lage manövrieren würde, dass sie "Rom" angreifen, die Bürger in Angst und Schrecken versetzen und der unbedarfte Sohn sie in einer großen Schlacht ein für allemal besiegen könnte, würde das nicht nur sein äußeres Profil als Präsident stärken, sondern vor allem einen immensen Zuwachs an innerer Kontrolle und Macht bringen. Und an Geschäften.2 Denkt George W. Bush (bzw. sein Vater für ihn) in denselben Strukturen wie Marcus L. Crassus? Wenn man die "imperiale" Brille aufsetzt, scheint das Muster ziemlich identisch, zumal unter Beachtung der entscheidende Frage, wem um alles in der Welt der Anschlag denn nun nützlich war. Außer dem über Nacht zum Weltstaatsmann mutierten Wahlbetrüger Dubya und den mit Etataufstockung belohnten Geheimdiensten sehe ich auf der Gewinnerseite bis dato absolut niemanden.

Doch wer ein gutes Motiv hat, ist noch lange kein Täter. Auch wenn diese selbstverständliche Unschuldsvermutung im Falle Bin Ladin außer Kraft gesetzt wurde, wäre es falsch, nun im Gegenzug den finsteren Bush-Clan als Urheber allen Übels zu dämonisieren. Der Fehler der meisten Verschwörungstheorien ist, dass sie den linearen Einfluss der Handelnden über- und die dynamische Komplexität der Prozesse unterschätzen - sowie die Macht von Murphys Law und die Allgegenwart von Dummheit. Auch wenn Crassus ein intriganter Polit-Geschäftsmann war, der seine Macht nach der Methode "Bereite die Lösung vor und schaffe dann das Problem" skrupellos ausweitete, und auch wenn die Ölmänner des Bush-Clans ihre Golfkriegs-Feuerwehr bei den Geschäftspartnern im Irak und in Kuweit bisweilen durchaus im Crassus-Stil einsetzen -, sie sind nicht einzigen Einflussfaktoren in diesen Prozessen. Dass Hitler mit seiner 300.000-köpfigen Privatarmee ab 1930 den Terror veranstalten konnte, zu dessen Beseitigung er dann nach dem WTC-ähnlichen, symbolträchtigen Schock des Reichtagsbrands als Diktator antrat, geht nicht allein auf seinen Finanzier Fritz Thyssen und seinen US-Vermögensverwalter, Großvater Bush persönlich, zurück - und doch sind solche Kraftlinien oder die Rädchen, die von entscheidenden Leuten an entscheidenden Stellen diskret gedreht werden, für die Beurteilung historischer Prozesse von großer Bedeutung. NICHT an Verschwörungen zu denken, ist ebenso naiv, wie ALLES einer Verschwörung zuzuschreiben.

Auch wenn sich in der Kette merkwürdiger Zufälle, die wir seit dem Anschlag zusammengestellt haben, einige aufgeklärt haben, so muss man sich seit einiger Zeit auch bei US-Inlandsflügen ausweisen, weshalb Atta & Co Tickets unter ihren echten Namen bestellten. Auch ein Flugschreiber des Pennsylvania-Crash wurde gefunden. Es sind also nicht alle acht Recorder vermisst bzw. unlesbar. Dennoch sind so viele weitere Merkwürdigkeiten hinzugekommen, wie zuletzt die Finanzierung Attas durch den pakistanischen Geheimdienst, dass es nachgerade unverantwortlich wäre, die Mainstreamversion der Realität zu akzeptieren. Zumal nach sechs Wochen und der größten Polizeiaktion aller Zeiten an Spuren und Beweisen kaum mehr vorhanden ist als sechs Stunden nach der Tat.

Geopolitisch aber hat sich in diesen sechs Wochen mehr verschoben als in der ganzen Dekade davor, und nach einem langen Telefonat von Bush und Putin - am 23. (!) September verschoben sie nach einem Bericht des israelischen Intelligence-Diensts debka-files in einem 70-minütigen Gespräch die Weltkoordinaten - wurden sogar mirakulöse Transformationswunder gemeldet: die Garnisonen tschetschenischer "freedom fighthers" verwandelten sich auf CNN über Nacht in "terrorists with clear links to Osama Bin Ladin". Nun glaube ich zwar durchaus an die Möglichkeit von Marienerscheinungen - zumindest bei schönem Wetter -, und dass ein Individuum durch schockartige Illumination vom Saulus zum Paulus mutiert, mag bisweilen auch vorkommen - aber gleich eine ganze Armee? Wer sich angesichts derartiger Großwunder fragt, ob in seinem Gehirn etwas nicht stimmt oder in der Realität, sei versichert: Es ist nicht das Gehirn! Jenseits von Bush und Böse tut sich ein Abgrund auf.

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